Unfallverhütungsvorschrift
BGV D8 (bisherige UVV 7/VBG 8) - Winden, Hub- und Zuggeräte

vom 01. April 1980
in der Fassung vom 01. Januar 1997
mit Durchführungsanweisungen vom Oktober 1996
Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW)
 

Inhaltsverzeichnis
I. Allgemeines
§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Begriffsbestimmungen
II. Bau und Ausrüstung
§ 2a Allgemeines
§ 3 Kennzeichnung
§ 4 Transport- und Befestigungseinrichtungen
§ 5 Sicherungen an Führungen
§ 6 Handbetriebene Geräte
§ 7 Hand- und kraftbetriebene Geräte
§§ 8 bis 11 Steuereinrichtungen
§ 12 Rücklaufsicherung
§ 13 Sicherung gegen freien Fall
§ 14 Bremseinrichtung
§ 15 Bremseinrichtung beim Heben feuerflüssiger Massen
§ 16 Hilfsbremse
§ 17 Sicherung gegen Überlastung
§§ 18 bis 20 Seil- und Kettentriebe
§ 21 Notendhalteinrichtung
§ 22 Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen
III. Prüfung
§ 23 Prüfungen
§ 23a Prüfnachweis
IV. Betrieb
§ 24 Anforderungen an Personen, Beauftragung
§ 24a Betriebsanleitung, Betriebsanweisung
§ 25 Aufstellung, Befestigung
§ 26 Zulässige Belastung
§ 27 Prüfung vor Arbeitsbeginn
§ 27a Feststellung und Beseitigung von Mängeln
§ 28 Anschlagen der Last
§ 29 Einleiten der Lastbewegung
§ 29a Zusätzliche Abstützung beim Anheben von Fahrzeugen
§ 30 Unterbrechen des Kraftflusses
§ 31 Verlassen des Steuerstandes von unter Last stehenden Geräten
§ 32 Personentransport
§ 33 Anforderungen an Geräte, abhängig von der Verwendungsart
§ 34 Anfahren von Notendhalteinrichtungen
§ 35 Zusätzliche Bestimmungen für Trommelwinden
§ 35a Ablauf der theoretischen Nutzungsdauer von Geräten
V. Ordnungswidrigkeiten
§ 36 Ordnungswidrigkeiten
VI. Übergangs- und Ausführungsbestimmungen
§ 37 Übergangs- und Ausführungsbestimmungen
VII. Inkrafttreten
§ 38 Inkrafttreten
UVV-Änderungen
Anhang 1

 

I. Allgemeines
§ 1
Geltungsbereich
(1) Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für Winden, Hub- und Zuggeräte – im weiteren als Geräte bezeichnet. Sie gilt auch für Seilblöcke. DA
(2) Für Schrapperwinden gelten §§ 10, 12, 13, 14, 17 und § 20 Abs. 2, §§ 21, 26, 29 und 33 Abs. 1 dieser Unfallverhütungsvorschrift nicht. Für Winden von Handschrappern gilt außerdem § 8
dieser Unfallverhütungsvorschrift nicht.
(3) Für Winden in Gesteins-, Erd- und Tiefbohranlagen sowie für Behandlungs- und Messwinden gelten §§ 8, 10, 12, 13 und § 17 Abs. 1, § 20 Abs. 2, § 21 Abs. 1 und § 33 Abs. 1 dieser
Unfallverhütungsvorschrift nicht. DA
(4) Für Seilwinden, die zum Ziehen von Arbeitsgeräten und Fahrzeugen bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen und in landwirtschaftlichen Kulturen bestimmt sind, gelten
§§ 10, 12, 13, 14, 18 und § 19 Abs. 2, § 20 Abs. 2 und § 33 Abs. 1 dieser Unfallverhütungsvorschrift nicht.
(5) Für handbetriebene Seilblöcke gelten nur § 3, § 19 Abs. 1 Nr. 2, §§ 23, 25, 26, 27a und 29 Abs. 1 und 2 dieser Unfallverhütungsvorschrift. DA
(6) Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt nicht für:

DA zu § 1 Abs. 1:
Für Winden, Hub- und Zuggeräte und für Seilblöcke sind auch die sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften und die allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten, z. B.:
1. Unfallverhütungsvorschriften
(erhältlich bei der Berufsgenossenschaft oder beim Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln)
2. Richtlinien und Sicherheitsregeln
3. DIN-Normen
(erhältlich beim Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin)
4. Berechnungsregeln für Serienhebezeuge der FEM (Féderation Européenne de la Manutention, Sektion IX)
(erhältlich beim Deutschen Nationalkomitee der FEM, c/o Fachgemeinschaft Fördertechnik im VDMA, Postfach 71 08 64, 60498 Frankfurt/Main)
Allgemeine Vorschriften (BGV A1 / UVV 1 – VBG 1),,
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A2 / UVV 3 – VBG 4),
Kraftbetriebene Arbeitsmittel (UVV 4),
Krane (BGV D6 / UVV 8 – VBG 9),
Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb (UVV 18),
Schienenbahnen (BGV D30 / UVV 11 – VBG 11),
Hebebühnen (UVV 14),
Schiffbau (BGV C28 / VBG 34),
Bauaufzüge (BGV D7 / UVV 23 – VBG 35),
Flurförderzeuge (BGV D27, bisherige VBG 36),
Bagger, Lader, Planiergeräte, Schürfgeräte und Spezialmaschinen des Erdbaues (Erdbaumaschinen) (UVV 13),
Rammen (BGV D28 / VBG 41),
Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung (BGV C1 / VBG 70),
Silos (BGV C12 / UVV 21 – VBG 112),
Lärm (BGV B3 / UVV 29 – VBG 121).
(erhältlich beim Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln)
BG-Regeln "Höhenbewegliche Steuerstände von Kranen"(BGR 108 / ZH 1/26),
Richtlinien für Geräte und Anlagen zur Regalbedienung (ZH 1/361),
BG-Regeln "Hochziehbare Personenaufnahmemittel" (BGR 159 / ZH 1/461).
Richtlinien für Geräte und Anlagen zur Regalbedienung (ZH 1/361),
BG-Regel: Hochziehbare Personenaufnahmemittel (BGR 159, bisherige ZH 1/461).
DIN 685 Geprüfte Rundstahlketten,
DIN 766 Rundstahlketten; Güteklasse 3; lehrenhaltig, geprüft,
DIN 1142 Drahtseilklemmen für Seil-Endverbindungen bei sicherheitstechnischen Anforderungen,
DIN 2413- 1 Stahlrohre; Berechnung der Wanddicke von Stahlrohren gegen Innendruck,
DIN 3051 Drahtseile aus Stahldrähten; Grundlagen,
DIN 3091 Kauschen; Vollkauschen für Drahtseile,
DIN 5684 Rundstahlketten für Hebezeuge; lehrenhaltig, geprüft,
DIN 5881 Erdölindustrie; Drahtseile und Seiltriebe,
DIN 6899 Kauschen aus Stahl für Faserseile,
DIN 7355 Serienhebezeuge, Stahlwinden,
DIN V 8418 Benutzerinformation; Hinweise für die Erstellung,
DIN 15003 Hebezeuge; Lastaufnahmeeinrichtungen, Lasten und Kräfte, Begriffe,
DIN 15018- 1 Krane; Grundsätze für Stahltragwerke; Berechnung,
DIN 15020- 1 Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Berechnung und Ausführung,
DIN 15020- 2 Hebezeug; Grundsätze für Seiltriebe; Überwachung im Gebrauch,
DIN 15021 Hebezeuge; Tragfähigkeiten,
DIN 15061- 1 Hebezeuge; Rillenprofile für Seilrollen,
DIN 15100 Serienhebezeuge; Benennungen,
DIN 15400 Lasthaken für Hebezeuge; Mechanische Eigenschaften, Werkstoffe, Tragfähigkeiten und vorhandene
Spannungen,
DIN 15401 Lasthaken für Hebezeuge; Einfachhaken,
DIN 15402 Lasthaken für Hebezeuge; Doppelhaken,
DIN 15404 Lasthaken für Hebezeuge; Technische Lieferbedingungen für geschmiedete Lasthaken und für
Lamellenhaken,
DIN 15405 Lasthaken für Hebezeuge; Überwachung im Gebrauch von geschmiedeten Lasthaken und von
Lamellenhaken,
DIN 15411 Hebezeuge; Lasthaken-Aufhängungen für Unterflaschen,
DIN 15413 Unterflaschen für Hebezeuge; Lasthakenmuttern,
DIN 31 001 Sicherheitsgerechtes Gestalten technischer Erzeugnisse,
DIN 32541 Betreiben von Maschinen und vergleichbaren technischen Arbeitsmitteln; Begriffe für die Tätigkeiten,
DIN 33401 Stellteile; Begriffe, Eignung, Gestaltungshinweise,
DIN EN 60447 Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMI); Bedienungsgrundsätze (IEC 447:1993)
DIN VDE 0100 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V,
DIN VDE 0100
Teil 726
Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V; Hebezeuge.
5. API – 9 A Specification for Wire Rope
API – 9 B Recommended Practice on Application, Care and Use of Wire Rope for Oil-Field Service
(erhältlich beim Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin)
6. KTA 3902 Hebezeuge in kerntechnischen Anlagen

DA zu § 1 Abs. 3:
Behandlungswinden dienen z. B. zum Ein - und Ausbau von Pumpen in Tiefbohrungen. Messwinden dienen z. B. zum Ablassen von Messsonden in Tiefbohrungen.

DA zu § 1 Abs. 5:
Bei handbetriebenen Seitblöcken handelt es sich um ein- oder mehrrollige Seilblöcke (Flaschenzug) zum Heben von Lasten, wobei die Seilzugkraft von Hand ohne jedes weitere Hilfsmittel
erzeugt wird. In der Regel werden Natur- oder Chemiefaserseile in Verbindung mit Hanfseilbl öcken verwendet.

DA zu § 1 Abs. 6 Nr. 1:
Verschiebe- und Wendeeinrichtungen werden in Stahl- und Walzwerken sowie in Betrieben zur Be- und Verarbeitung von Holz eingesetzt. In Walzwerken fallen hierunter z. B. Querschlepper für
Kühlbetten, Auswerfer an Rollgängen, Anstellungen von Walzgerüsten, Kaliberverschieber, Blockdrücker, Brammenwender, in Betrieben zur Be- und Verarbeitung von Holz z. B. Ein- und
Auswerfer an Stetigförderern, Ausricht-, Einschiebe-, Wende- und Abnahmevorrichtungen.

DA zu § 1 Abs. 6 Nr. 4:
Siehe Aufzugsverordnung.

DA zu § 1 Abs. 6 Nr. 6:
Siehe Unfallverhütungsvorschrift "Bagger, Lader, Planiergeräte, Schürfgeräte und Spezialmaschinen des Erdbaues (Erdbaumaschinen)" (UVV 13).

DA zu § 1 Abs. 6 Nr. 7:
Siehe Unfallverhütungsvorschrift "Rammen" (BGV D28 / VBG 41).
 

§ 2
Begriffsbestimmungen
(1) Winden, Hub- und Zuggeräte im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift sind Geräte, die allein oder in Verbindung mit anderen Einrichtungen zum Heben, Senken, Ziehen oder Drücken
von Lasten oder zum Spannen oder zum Heben und Senken von Personen verwendet werden und bei denen
DA
(2) Keine Geräte im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift sind:
(3) Personen, die Winden, Hub- und Zuggeräte betätigen, werden im Folgenden als Geräteführer bezeichnet.
DA zu § 2 Abs. 1:
Geräte sind z. B.:
DIN VDE 0100 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V,
DIN VDE 0100
Teil 726
Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V; Hebezeuge.
5. API – 9 A Specification for Wire Rope
API – 9 B Recommended Practice on Application, Care and Use of Wire Rope for Oil-Field Service
(erhältlich beim Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin)
6. KTA 3902 Hebezeuge in kerntechnischen Anlagen
(erhältlich beim Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln)
1. Seile durch
Trommeln,
Triebscheiben,
Spille,
Klemmbacken oder von Hand über Rollen
bewegt werden,
2. Ketten durch
Kettensterne,
Kettennüsse,
Kettenräder oder von Hand über Kettenräder oder Rollen
bewegt werden oder
3. Zahnstangen,
Spindeln,
Kolben oder deren Gegenstücke
bewegt werden. DA
– Karosserieausbeulgeräte
– Spanneinrichtungen und Vorschubeinrichtungen an Werkzeugmaschinen
– Spanneinrichtungen für Spannbetondrähte
– Abzieher, Schraubzwingen und ähnliche Werkzeuge zum Spannen, Ziehen oder Drücken
– Einrichtungen mit Zylindern zum Steuern, Regeln, Bremsen oder zur Kraftunterstützung (Servowirkung).
– Trommelwinden
– Seil- und Kettenzüge (Flaschenzüge)
– Mehrzweckzüge mit Kette oder Seil
– Elektro- und Druckluftzüge mit Seil, Kette oder Band
– Treibscheibengeräte
– Winden für hochziehbare Personenaufnahmemittel
BGV D8: Winden, Hub- und Zuggeräte
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(3) Personen, die Winden, Hub- und Zuggeräte betätigen, werden im Folgenden als Geräteführer bezeichnet.

DA zu § 2 Abs. 1:
Geräte sind z. B.:
Siehe auch DIN 15 100 "Serienhebezeuge; Bennenungen" und "Illustrierte Terminologie der Fédération Européenne de la Manutention, Sektion IX".
Spille sind kraftbetriebene konkave Rollen, die ein herumgeschlungenes Seil oder eine herumgeschlungene Kette durch Reibung mitnehmen. Das ablaufende Ende wird unter Vorspannung
gehalten.
Lasten sind auch Wasser- oder Schienenfahrzeuge, die von den Geräten bewegt werden.
Andere Einrichtungen sind z. B. Krane, Erdbaumaschinen, Hebeb ühnen, Flurförderzeuge, Regalbedienungsgeräte, Fahrzeuge.

DA zu § 2 Abs. 1 Nr. 3:
Für fest eingebaute oder ortsgebundene Einrichtungen zum Anheben von Fahrzeugen sowie für ortsveränderliche Hebeeinrichtungen, bei denen unter dem angehobenen Fahrzeug
bestimmungsgemäß ohne zusätzliche Abstützungen gearbeitet werden darf, ist die Unfallverhütungsvorschrift "Hebebühnen" (UVV 14), zutreffend.
 

II. Bau und Ausrüstung
§ 2a
Allgemeines
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte und Seilblöcke nach § 1 Abs. 1 entsprechend den Bestimmungen dieses Abschnittes II beschaffen sind.
(2) Für Winden, Hub- und Zuggeräte, die unter den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung und der Richtlinie des Rates vom 30. November 1989 über Mindestvorschriften für
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung von Arbeitsmitteln durch Arbeitnehmer bei der Arbeit (89/655/EWG) fallen, gelten die folgenden Bestimmungen. DA
(3) Für Winden, Hub- und Zuggeräte, die unter den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung fallen, gelten anstatt der Beschaffenheitsanforderungen dieses Abschnittes II die
Beschaffenheitsanforderungen gemäß § 2 der Maschinenverordnung. Der Unternehmer darf Winden, Hub- und Zuggeräte erstmals nur in Betrieb nehmen, wenn die Voraussetzungen der §§
3 und 4 der Maschinenverordnung erfüllt sind. DA
(4) Absatz 3 gilt nicht
(5) Winden, Hub- und Zuggeräte, die nicht unter Absatz 3 fallen, müssen spätestens am 1. Januar 1997 mindestens den Anforderungen der Richtlinie 89/655/EWG entsprechen.
DA zu § 2a Abs. 2:
Bei der Maschinenverordnung handelt es sich um die Neunte Verordnung zum Gerätesicherheitsgesetz (Maschinenverordnung – 9. GSGV), die die Richtlinie 89/392/EWG in nationales Recht
umsetzt.
DA zu § 2a Abs. 3:
Beschaffenheitsanforderungen enthalten die §§ 3 bis 22.
 

§ 3
Kennzeichnung
(1) An Geräten und Seilblöcken müssen angegeben sein:
Als zulässige Belastung ist anzugeben bei:
– Abzieher, Schraubzwingen und ähnliche Werkzeuge zum Spannen, Ziehen oder Drücken
– Einrichtungen mit Zylindern zum Steuern, Regeln, Bremsen oder zur Kraftunterstützung (Servowirkung).
– Trommelwinden
– Seil- und Kettenzüge (Flaschenzüge)
– Mehrzweckzüge mit Kette oder Seil
– Elektro- und Druckluftzüge mit Seil, Kette oder Band
– Treibscheibengeräte
– Winden für hochziehbare Personenaufnahmemittel
– Ankerwinden, Verholwinden, Bootswinden (Davitswinden), Mastwinden, Schleppwinden auf Wasserfahrzeugen
– Slipwinden
– Spille
– Schraubenwinden
– Zahnstangenwinden und ähnliche Geräte
– Wagenheber nach DIN 76 024
– Rangierheber
– pneumatische und hydraulische Kolbengeräte
– Hubeinrichtungen für Kipperbrücken auf Fahrzeugen
– Hubeinrichtungen an Fahrzeuganbaugeräten.
1. für Winden, Hub- und Zuggeräte – ausgenommen in Nummer 2 aufgeführte –, die den Anforderungen dieses Abschnittes II entsprechen und bis zum
31. Dezember 1994 in den Verkehr gebracht worden sind;
2. für Winden, Hub- und Zuggeräte zum Heben und Senken von Personen, die den Anforderungen dieses Abschnittes II entsprechen und bis zum 31.
Dezember 1996 in den Verkehr gebracht worden sind.
1. Hersteller oder Lieferer,
2. Baujahr,
3. Typ, falls Typenbezeichnung vorhanden,
4. Fabriknummer oder Seriennummer,
5. zulässige Belastung.
a) Trommelwinden bis 1 500 N Seilzugkraft die Zugkraft für die unterste Seillage,
b) Trommelwinden über 1 500 N Seilzugkraft die Zugkraft für die unterste und oberste Seillage,
c) Geräten zum Bewegen von Wasserfahrzeugen die Zugkraft und die Haltekraft,
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(1) An Geräten und Seilblöcken müssen angegeben sein:
Als zulässige Belastung ist anzugeben bei:
Für Wagenheber, die als Pannenhilfe zur serienmäßigen Ausstattung von Kraftfahrzeugen gehören, genügen die Angaben der Nummern 1 und 5. DA
(2) Zusätzlich muss an Geräten angegeben sein:
(3) Zusätzlich muss an kraftbetriebenen Geräten angegeben sein:
(4) An Seilwinden, die zum Ziehen von Arbeitsgeräten und Fahrzeugen bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen und in landwirtschaftlichen Kulturen bestimmt sind, muss
angegeben sein:
(5) An Geräten ohne Rücklaufsicherung (§ 12) und ohne Bremseinrichtung (§ 14) muss angegeben sein:
(6) Eine Kennzeichnung der Geräte nach den Absätzen 1 bis 3 ist nicht erforderlich bei in Einrichtungen eingebauten Geräten, sofern diese Angaben aus der Kennzeichnung der
Einrichtungen, deren Betriebsanleitung oder Prüfbuch hervorgehen.
(7) Eine Kennzeichnung der Geräte nach den Absätzen 2 und 3 ist nicht erforderlich, wenn die Platzverhältnisse auf dem Gerät das Anbringen der Angaben nicht zulassen und diese aus der
Betriebsanleitung entnommen werden können.
(8) Die Angaben nach den Absätzen 1 bis 5 müssen dauerhaft und leicht erkennbar angebracht sein. Die Angaben über die zulässige Belastung müssen für den Anschläger erkennbar
angebracht sein.
DA zu § 3 Abs. 1:
Bei Anwendung der Maßeinheit daN (Deka Newton) stimmen die Angaben für die Zugkraft in kp und daN annähernd überein: 1 kp = 0,981 daN; 1 daN = 10 N.
Die Angabe der zulässigen Belastung kann – abhängig vom Verwendungszweck – unterschiedlich sein, z. B. wenn Transport feuerfl üssiger Massen erfolgt oder die Verwendung in
Verbindung mit hochziehbaren Personenaufnahmemitteln vorgesehen ist.
 

§ 4
Transport- und Befestigungseinrichtungen
Ortsveränderliche Geräte müssen so eingerichtet sein, dass sie sicher transportiert, aufgestellt oder befestigt werden k önnen. DA
DA zu § 4:
Die Forderung, dass Geräte sicher transportiert werden können, ist erfüllt, wenn Handgriffe, Traghaken, Anschlagösen oder andere Anschlagmöglichkeiten vorgesehen sind. Die Forderung ist
auch erfüllt, wenn die Bauart der Geräte eine sichere Handhabung bzw. einen sicheren Transport gewährleisten.
 

§ 5
Sicherungen an Führungen
(1) Geräte nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 müssen so eingerichtet sein, dass sich Zahnstangen, Spindeln oder Kolben nicht unbeabsichtigt aus ihrer Führung lösen können. DA
(2) Öffnungen an Geräten, aus denen Hydraulikflüssigkeit betriebsmäßig unter Druck austreten kann, müssen so gesichert sein, dass Personen durch austretende Hydraulikflüssigkeit nicht
verletzt werden können. DA
DA zu § 5 Abs. 1:
Diese Forderung ist bei Zylindern erfüllt, wenn durch Formschluss oder durch ausreichenden Kraftschluss das Herausgleiten des Kolbens aus dem Zylinder auch beim Transport verhindert
ist.
DA zu § 5 Abs. 2:
Solche Öffnungen dienen z. B. zur Begrenzung der Kolbenbewegung oder zum Druckablassen.
 

§ 6
Handbetriebene Geräte
Handbetriebene Geräte müssen so eingerichtet sein, dass
1. Kurbeln, Hebel oder Handräder mit Speichen unter Last nicht mehr als 15 cm zurückschlagen können (Rückschlagsicherung), DA
2. die Drehrichtung von Kurbeln unter Last bei allen Übersetzungen gleich bleibt und
3. abnehmbare Kurbeln und Hebel gegen Abgleiten und unbeabsichtigtes Abziehen gesichert werden können. DA

DA zu § 6 Nr. 1:
Der Rückschlagweg wird gemessen am Kurbelgriff, Hebel- oder Speichenende. Eine Rückschlagsicherung ist nicht erforderlich, wenn Handräder, z. B. an Spannwinden in der
Schubschifffahrt, als volle Scheiben ausgebildet sind.

DA zu § 6 Nr. 3:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
Bei Ersatzradwinden, die mit einem Sechskant zur Betätigung mit dem Radmutterschlüssel ausgerüstet sind, genügt – unabhängig von der Schlüssellänge – dessen Aufstecktiefe.
 

§ 7
Hand- und kraftbetriebene Geräte
Geräte, die sowohl für Kraft- als auch für Handbetrieb gebaut sind, müssen so eingerichtet sein, dass bei Kraftantrieb niemand durch Bewegungen des Handantriebes gefährdet wird. DA


§ 9
(1) An den Steuereinrichtungen muss die Richtung der durch sie ausgelösten Bewegungen dauerhaft, eindeutig und leicht erkennbar gekennzeichnet sein.
(2) Anordnung oder Betätigungsrichtung der Steuereinrichtungen und ausgelöste Bewegungsrichtung müssen einander sinnfällig zugeordnet sein. DA
DA zu § 9 Abs. 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn z. B. DIN EN 60 447 "Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMI); Bedienungsgrundsätze (IEC 447:1993)" eingehalten ist.
 

§ 10
Trommelwinden mit durchlaufendem Antrieb müssen so eingerichtet sein, dass ein unmittelbares Schalten von "Senken" auf "Heben" nicht möglich ist. DA
DA zu § 10:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die Schaltung über eine Nullstellung erfolgt, in der die Last gehalten wird.
Schalten von "Senken" auf "Heben" bedeutet bei Geräten in Seilzuganlagen mit geschlossenem Zugseil das Umschalten in die entgegengesetzte Zugrichtung.
Trommelwinden mit durchlaufendem Antrieb sind Winden mit ununterbrochen in gleicher Richtung laufendem Antrieb, Schaltkupplung und Bremse.
 

§ 11
Bedienungsräder für Druckmutter- und Konuskupplungen an Geräten müssen als volle Scheiben ausgebildet sein. DA
DA zu § 11:
Druckmutter- und Konuskupplungen werden vorwiegend an Geräten für Wasserfahrzeuge verwendet.
 

§ 12
Rücklaufsicherung
(1) Geräte, die zum Bewegen von Lasten auf schiefen Ebenen oder zum Heben bestimmt sind, müssen so eingerichtet oder beschaffen sein, dass ein unbeabsichtigtes Zur ücklaufen der
Last verhindert wird (Rücklaufsicherung). DA
(2) Rücklaufsicherungen müssen selbsttätig wirken und so ausgelegt sein, dass die auftretenden Kräfte von dem Gerät sicher aufgenommen werden können.
(3) Die Kraftübertragung zwischen Lastwelle oder Tragmittel und Rücklaufsicherung darf nicht über Riementriebe, Seiltriebe oder Reibradantriebe erfolgen. DA
(4) Zwischen Lastwelle oder Tragmittel und Rücklaufsicherung dürfen sich keine Einrichtungen befinden, mit denen der Kraftfluss unterbrochen werden kann. DA
(5) Absatz 4 gilt nicht für:

DA zu § 12 Abs. 1:
Die Forderung wird erfüllt durch
Zurücklaufen der Last bei Unterbrechung oder Unregelmäßigkeit der Energiezufuhr ist unbeabsichtigtes Zurücklaufen. Ablassen der Last durch Öffnen (Lösen) der Bremse ist ein
beabsichtigtes Zurücklaufen.


DA zu § 12 Absätze 3 und 4:
Tragmittel sind z. B. auch Zahnstangen und Spindeln.
DA zu § 12 Abs. 5 Nr. 2:
Einrichtungen zum Sperren der Lastwelle können z. B. auslegbare Sperrklinken oder Steckbolzen sein.
Unter "Last" sind auch Teillasten, in diesem Zusammenhang auch Unterflaschen und Lasthaken, zu verstehen.
DA zu § 12 Abs. 5 Nr. 4:
Die Einrichtungen zum Unterbrechen sind gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert, wenn für die Bedienungselemente zur Betätigung der Einrichtungen druckfederbelastete Sperren oder
Kulissenschaltung vorhanden sind.
Montagewinden sind Trommelwinden zum Aufstellen oder zur Befestigung auf einem Grundrahmen mit aussetzendem Antrieb durch Handkurbel, Elektromotor, Hydromotor oder
Verbrennungsmotor und Umkehrgetriebe oder mit durchlaufendem Antrieb, siehe hierzu Durchführungsanweisungen zu § 10. Siehe auch DIN 15 100.
 

§ 13
Sicherung gegen freien Fall
(1) Die Geräte müssen so eingerichtet sein, dass das Ablassen der Last im freien Fall nicht möglich ist. DA
(2) Absatz 1 gilt nicht für Geräte, bei denen vom Arbeitsverfahren her erforderlich ist
DA zu § 13 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
Als freier Fall ist zu verstehen eine infolge der Erdanziehung fortgesetzt steigende Senkgeschwindigkeit.
DA zu § 13 Abs. 2 Nr. 1:
Der freie Fall ist vom Arbeitsverfahren her erforderlich z. B. bei
DA zu § 13 Abs. 2 Nr. 2:
Das Abziehen des unbelasteten Seiles ist vom Arbeitsverfahren her bei verschiedenen Winden erforderlich; siehe hierzu Durchführungsanweisungen zu § 14 Abs. 5.
 

§ 14
Bremseinrichtung
(1) Geräte, die zum Bewegen von Lasten auf schiefen Ebenen oder zum Heben bestimmt sind, Verhol-, Schlepp- und Ankerwinden von Wasserfahrzeugen sowie Geräte in Seilzuganlagen mit
geschlossenem Zugseil, bei denen die Last angehalten werden muss, müssen eine Bremseinrichtung haben, mit der die Last aus jeder Richtung abgefangen und gehalten werden kann.
Die Bremseinrichtung muss so ausgelegt sein, dass die bei der Bremsung auftretenden Kr äfte von dem Gerät sicher aufgenommen werden können.
(2) Bremseinrichtungen müssen nach dem Rückgang der Steuereinrichtung in die Nullstellung, bei Unterbrechung des Antriebes und beim Ansprechen der Einrichtungen nach den §§ 17 und
21 selbsttätig wirken. DA
(3) Abweichend von Absatz 2 brauchen Bremseinrichtungen nicht selbsttätig zu wirken bei Verhol-, Schlepp- und Ankerwinden von Wasserfahrzeugen, bei Winden in Gesteins-, Erd- und
Tiefbohranlagen sowie bei Behandlungs- und Messwinden; sie müssen dann jedoch feststellbar sein.
(4) Bremseinrichtungen nach Absatz 2 müssen so beschaffen sein, dass der Bedienende die konstruktiv festgelegte Bremswirkung mit einfachen Mitteln nicht beeinflussen kann. DA
(5) Bei Geräten, bei denen ein Abziehen des unbelasteten Seiles vom Arbeitsverfahren her erforderlich ist, dürfen Bremseinrichtungen so eingerichtet sein, dass sie in der Lösestellung
festgelegt werden können. DA
DA zu § 14 Abs. 2:
Diese Forderung wird erfüllt durch
1. selbsthemmende Antriebe,
2. selbsttätig einfallende Sperrklinken mit Sperrrad,
3. Bremsen, die bei Unterbrechung oder Ausfall der Antriebsenergie selbsttätig wirksam werden,
4. Daumen-, Rollen- und ähnliche Gesperre,
5. Rückschlagventile, Steuerventile,
6. Kompression bei Mehrzylinder-Viertaktmotoren und Bremskupplungsüberlagerung.
1. der freie Fall DA
oder
2. das Abziehen des unbelasteten Seiles. DA
1. Motoren mit Drehrichtungswechsel oder Wendegetriebe vorhanden sind,
2. Fliehkraftbremsen eingebaut sind,
3. der Durchflussquerschnitt hydraulischer oder pneumatischer Systeme entsprechend ausgelegt ist.
– Winden für Bohrgeräte
– Winden für die Langholzverladung
– Rückewinden
– Winden für Derrickkrane bei der Steingewinnung
– Bootswinden (Davitswinden)
– Ankerwinden
– Winden zum Bewegen von Förderwagen auf Materialbahnen mit Brechpunkt und Gegengefälle.
BGV D8: Winden, Hub- und Zuggeräte
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(2) Bremseinrichtungen müssen nach dem Rückgang der Steuereinrichtung in die Nullstellung, bei Unterbrechung des Antriebes und beim Ansprechen der Einrichtungen nach den §§ 17 und
21 selbsttätig wirken. DA
(3) Abweichend von Absatz 2 brauchen Bremseinrichtungen nicht selbsttätig zu wirken bei Verhol-, Schlepp- und Ankerwinden von Wasserfahrzeugen, bei Winden in Gesteins-, Erd- und
Tiefbohranlagen sowie bei Behandlungs- und Messwinden; sie müssen dann jedoch feststellbar sein.
(4) Bremseinrichtungen nach Absatz 2 müssen so beschaffen sein, dass der Bedienende die konstruktiv festgelegte Bremswirkung mit einfachen Mitteln nicht beeinflussen kann. DA
(5) Bei Geräten, bei denen ein Abziehen des unbelasteten Seiles vom Arbeitsverfahren her erforderlich ist, dürfen Bremseinrichtungen so eingerichtet sein, dass sie in der Lösestellung
festgelegt werden können. DA
DA zu § 14 Abs. 2:
Diese Forderung wird erfüllt durch
DA zu § 14 Abs. 4:
Nach dieser Vorschrift darf eine Beeinflussung der konstruktiv festgelegten Bremswirkung z. B. durch Einwirkung auf die Bremseinrichtung oder durch eine zusätzliche nicht selbsttätig
wirkende Bremse nicht möglich sein.
Das Nachstellen von Bremsen ist keine Beeinflussung der konstruktiv festgelegten Bremswirkung.
DA zu § 14 Abs. 5:
Geräte, bei denen ein Abziehen des unbelasteten Seiles vom Arbeitsverfahren her erforderlich ist, sind z. B.
 

§ 15
Bremseinrichtung beim Heben feuerflüssiger Massen
Geräte, die zum Heben feuerflüssiger Massen bestimmt sind, müssen zwei unabhängig voneinander wirkende Bremseinrichtungen haben, von denen jede der Forderung des § 14 Abs. 1, 2
und 4 entspricht. DA
DA zu § 15:
Diese Forderung ist bei hydraulischen und pneumatischen Geräten erfüllt, wenn zwei selbsttätig wirkende Absperreinrichtungen vorhanden sind, von denen sich eine unmittelbar am
Druckraum, z. B. Zylinder, des Gerätes befindet.
Wegen der Verwendung von Geräten mit nur einer Bremseinrichtung wird auf § 33 Abs. 3 verwiesen. Die Belastungsangaben werden entsprechend § 3 vorgenommen.
 

§ 16
Hilfsbremse
(1) Trommelwinden ohne Bremseinrichtung nach § 14 und Geräte, bei denen die Bremseinrichtung in der Lösestellung festgelegt werden kann, sowie Geräte, bei denen der Kraftfluss
zwischen Lastwelle und Rücklaufsicherung unterbrochen werden kann, müssen eine auf die Lastwelle wirkende Hilfsbremse haben. Die Hilfsbremse muss so beschaffen und angeordnet
sein, dass
(2) Hilfsbremsen, die nicht selbsttätig wirken, müssen mit Hinweisen auf den Verwendungszweck gekennzeichnet sein. DA
DA zu § 16 Abs. 2:
Diese Forderung ist für Hilfsbremsen zum Ablassen des leeren Hakengeschirres erfüllt, wenn ein Schild mit folgendem Text angebracht ist:
 

§ 17
Sicherung gegen Überlastung
(1) Hydraulikgeräte und Geräte, bei deren bestimmungsgemäßer Verwendung die Last sich auf ihrem Lastweg so verhaken, verklemmen oder festsetzen kann, dass zusätzliche
unkontrollierte Kräfte auftreten, müssen so eingerichtet oder beschaffen sein, dass sie nicht überlastet werden können. DA
(2) Durch die Einrichtungen nach Absatz 1 dürfen Einrichtungen nach den §§ 12 und 14 nicht unwirksam werden. DA
DA zu § 17 Abs. 1:
Diese Forderung wird erfüllt durch
Solche Geräte sind z. B.:
1. selbsthemmende Antriebe,
2. selbsttätig wirkende Bremsen,
3. Einrichtungen in hydraulischen oder pneumatischen Systemen, die ein Absinken der Last verhindern.
– Berge- und Verladewinden auf Fahrzeugen
– Rückewinden
– Trommelwinden in Seilzuganlagen mit offenem Zugseil zum Bewegen von schienengebundenen Fahrzeugen
– Winden für Freileitungs- und Seilbahnbau
– Verhol- und Schleppwinden von Wasserfahrzeugen.
1. nur das unbelastete Hakengeschirr beim Ablassen abgebremst werden kann,
2. beim Abziehen des unbelasteten Seiles die Trommeldrehzahl der Abzugsgeschwindigkeit des Seiles angepasst werden kann.
"Nur zum Ablassen des leeren Hakengeschirres".
1. Hub- oder Zugkraftbegrenzer,
2. Rutschkupplungen,
3. Druckbegrenzungsventile,
4. entsprechende Länge von Kurbeln und Hebeln bei muskelkraftbetriebenen Geräten, ausgenommen Hydraulikgeräte.
– Geräte mit Hydraulikzylinder oder mit Antrieb durch Hydromotor
– Berge- und Verladewinden auf Fahrzeugen
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DA zu § 17 Abs. 1:
Diese Forderung wird erfüllt durch
Solche Geräte sind z. B.:
DA zu § 17 Abs. 2:
Diese Forderung schließt z. B. Sollbruchstellen zwischen Lastwelle und R ücklaufsicherung aus.
 

§ 18
Seil- und Kettentriebe
(1) Seile und Ketten müssen so bemessen sein, dass sie den vom Hersteller für das Gerät angegebenen zulässigen Belastungen standhalten. DA
(2) Rundstahlketten müssen nach einer allgemein anerkannten Norm hergestellt, geprüft und mit einem entsprechenden Gütckennzeichen versehen sein. DA
DA zu § 18 Abs. 1:
Die Forderung ist erfüllt, wenn
eingehalten sind und
Diese Forderung ist bei Seilwinden, bei denen die Aufliegezeit des Zugseiles vorwiegend von Einflüssen abhängig ist, die außerhalb des Seiltriebes liegen, und bei denen das Zugseil
betriebsmäßig bei jedem Lastspiel von Hand ausgezogen werden muss, auch dann erfüllt, wenn
Diese Durchführungsanweisungen betreffen besonders Rückewinden für den Forstbetrieb, Langholzverladewinden, Fahrzeugfront-, Fahrzeugheck- und Fahrzeugrahmenwinden sowie
Kabelziehwinden. Diese Winden werden hauptsächlich zum Ziehen von Lasten verwendet. Durch Schleifen des Seiles am Boden und an Hindernissen (Steine, Baumstümpfe) ist ein großer
Seilverschleiß gegeben. Darüber hinaus muss oft mit dem Auftreten unkontrollierter Kräfte gerechnet werden. Zum Schutz vor Seilrissen ist deshalb eine Sicherung gegen Überlastung
erforderlich. Die Seile müssen bei jedem Lastspiel von Hand ausgezogen werden. Da schwere Seile zu einer unzumutbaren körperlichen Belastung des Geräteführers führen, wird das
Auflegen dünnerer (leichterer) Seile, als nach DIN 15 020-1 erforderlich, unter der Voraussetzung zugelassen, dass die rechnerische Seilsicherheit nicht unter 3,0 absinkt. Da Seiltrommeln
und Umlenkrollen nicht für die Durchmesser der tatsächlich verwendeten Seile, sondern für die nach DIN errechneten bemessen werden, ergeben sich günstige Biegeradien. Dies ist
insbesondere für die häufig zum Einsatz kommenden Seile mit Einzeldrahtfestigkeiten von 1960 N/mm2 (200 kp/mm2) und mehr von Bedeutung.
DA zu § 18 Abs. 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn DIN 685 eingehalten ist.
Die Kennwerte für Rundstahlketten können bei nach DIN-Normen gefertigten Ketten aus dem Prüfzeugnis und im Übrigen aus den vom Hersteller oder Lieferer mitgelieferten
Bescheinigungen entnommen werden.
Für Ankerketten der Binnenschifffahrt ist diese Forderung auch erfüllt, wenn das Wasserfahrzeug über ein Schiffs- oder Klassifikationsattest verfügt.
 

§ 19
(1) Seiltrommeln, Treibscheiben, Seilrollen, Kettennüsse und andere Bauteile, über die Seile oder Ketten laufen, müssen so bemessen und so ausgebildet sein, dass
(2) Die Auflaufrichtung des Seiles auf die Trommel muss eindeutig erkennbar sein.
DA zu § 19 Abs. 1 Nr. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
1. Hub- oder Zugkraftbegrenzer,
2. Rutschkupplungen,
3. Druckbegrenzungsventile,
4. entsprechende Länge von Kurbeln und Hebeln bei muskelkraftbetriebenen Geräten, ausgenommen Hydraulikgeräte.
– Geräte mit Hydraulikzylinder oder mit Antrieb durch Hydromotor
– Berge- und Verladewinden auf Fahrzeugen
– Rückewinden
– Winden in Seilzuganlagen zum Bewegen von schienengebundenen Fahrzeugen
– Seilwinden für die Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen und landwirtschaftlicher Kulturen
– Kabelziehwinden.
1. bei Drahtseiltrieben DIN 15 020-1,
2. bei Kettentrieben mit Rundstahlketten
– für Ketten in Normalgüte DIN 766,
– für hochfeste Ketten DIN 5 684,
3. bei Ankerketten die Bestimmungen der "Rhein-Schifffahrts-Untersuchungsordnung" (RheinSchUO), BGBI. I 1976 Nr. 36 vom 1. 04. 1976, oder die
"Verordnung über die Schiffssicherheit (Binnenschiffs-Untersuchungsordnung – BinnSchUO)", BGBI. I. 1977 Nr. 3 vom 19. 01. 1977,
4. bei Kettentrieben mit Rollenketten das Verhältnis der Bruchspannung zur Tragspannung mindestens 5 beträgt.
1. anstelle der nach DIN 15 020-1 erforderlichen Drahtseile dünnere Seile aufgelegt werden, dadurch aber das Verhältnis der rechnerischen
Seilbruchkraft zur Seilzugkraft, gemittelt aus der Seilzugkraft auf der untersten und der obersten Seillage, nicht kleiner als 3,0 wird,
2. Seiltrommeln und Umlenkrollen unabhängig von den verwendeten Seilen für die nach DIN 15 020-1 erforderlichen Seildurchmesser ausgelegt sind
und
3. die Winden Sicherungen gegen Überlastung haben.
1. eine Überbeanspruchung der Seile oder Ketten durch Biegung DA
und
2. das seitliche Ablaufen und Herausspringen der Seile oder Ketten verhindert wird. DA
1. bei Seiltrieben Trommeln und Rollen nach DIN 15 020-1 bemessen sind,
2. Treibscheiben mit Keilrillen mindestens unter Zugrundelegung des 20-fachen Seildurchmessers bemessen sind,
3. bei Seilblöcken das Verhältnis von Rollendurchmesser zum maximalen Seildurchmesser mindestens der Triebwerkgruppe 1 Em nach DIN 15 020
für drehungsfreie bzw. drehungsarme Seile entspricht,
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(2) Die Auflaufrichtung des Seiles auf die Trommel muss eindeutig erkennbar sein.
DA zu § 19 Abs. 1 Nr. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
DA zu § 19 Abs. 1 Nr. 2:
Diese Forderung wird bei Seiltrommeln erfüllt durch
Diese Forderung wird bei Treibscheiben und Seilrollen erfüllt durch
 

§ 20
(1) Seiltrommeln müssen so ausgebildet sein, dass die Seile an ihnen sicher und ohne Abknickung befestigt werden können. Die Befestigungsstelle muss so angeordnet sein, dass das
Befestigen der Seile möglichst unbehindert durch andere Bauteile erfolgen kann. DA
(2) Geräte, die zum Bewegen von Lasten auf schiefen Ebenen oder zum Heben bestimmt sind, müssen so eingebaut oder aufgestellt sein, dass ein gleichm äßiges Aufwickeln der Seile auf
den Trommeln gewährleistet ist. Ist dies bei kraftbetriebenen Geräten nicht möglich, muss eine Seilwickeleinrichtung vorhanden sein. DA
(3) Absatz 2 gilt nicht für in Fahrzeuge eingebaute Rücke-, Lade- und Selbstbergewinden, wenn die Abmessungen des Fahrzeuges dies nicht zulassen.
(4) Das Seil darf abweichend von Absatz 1 bei Rückewinden an der Trommel so befestigt werden können, dass bei voller Abwicklung ein unmittelbares Lösen von der Trommel möglich ist.
DA zu § 20 Abs. 1 Satz 1:
Diese Forderung wird erfüllt durch Befestigungen,
DA zu § 20 Abs. 2 Satz 1:
Diese Forderung wird erfüllt durch die Art des Einbaues oder der Aufstellung, wenn dadurch die seitliche Ablenkung des Seiles an der Auflaufstelle auf die Trommel 4° nicht überschreitet.
Die günstigsten Verhältnisse ergeben sich, wenn das Seil senkrecht zur Trommelachse auf die Trommel aufläuft. Der Winkel, den das auflaufende Seil mit dieser Senkrechten bzw. mit der
Rillenebene bildet, ist die seitliche Ablenkung.
Eine seitliche Ablenkung an der Auflaufstelle bis zu 4° (1:15) ist zulässig.
 

§ 21
Notendhalteinrichtung
(1) Kraftbetriebene, in Gebäuden eingebaute Geräte, bei denen die obere Endstellung der Last vom Steuerstand aus nicht einsehbar ist, sowie Elektro- und Druckluftzüge müssen eine
selbsttätig wirkende Notendhalteinrichtung haben, die die Aufwärtsbewegung begrenzt. Nach dem Ansprechen der selbsttätig wirkenden Einrichtung muss die entgegengesetzte Bewegung
noch möglich sein. DA
(2) Absatz 1 gilt nicht für hydraulische und pneumatische Systeme, bei denen die Bewegung durch die Endstellung des Kolbens begrenzt ist.
(3) Besteht die Notendhalteinrichtung aus einem Notendschalter, muss dessen Funktion überprüfbar sein. DA
DA zu § 21 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
DA zu § 21 Abs. 3:
Die Überprüfung des Notendschalters kann durch Betätigen von Hand oder durch Anfahren des Schalters erfolgen. Letzteres setzt voraus, dass ein vorgeordneter Betriebsendschalter nach
seinem Ansprechen überbrückbar ist.
1. eine Überbeanspruchung der Seile oder Ketten durch Biegung DA
und
2. das seitliche Ablaufen und Herausspringen der Seile oder Ketten verhindert wird. DA
1. bei Seiltrieben Trommeln und Rollen nach DIN 15 020-1 bemessen sind,
2. Treibscheiben mit Keilrillen mindestens unter Zugrundelegung des 20-fachen Seildurchmessers bemessen sind,
3. bei Seilblöcken das Verhältnis von Rollendurchmesser zum maximalen Seildurchmesser mindestens der Triebwerkgruppe 1 Em nach DIN 15 020
für drehungsfreie bzw. drehungsarme Seile entspricht,
4. bei Gesteins-, Erd- und Tiefbohranlagen das Verhältnis der Durchmesser von fest eingebauten Rollen und von Rollen in Seilblöcken zum
Seildurchmesser einer niedrigeren Triebwerkgruppe nach DIN 15 020-1 entspricht, als nach den tatsächlichen Betriebsverhältnissen anzunehmen
ist.
1. Seilrillen bei einlagiger Aufwicklung und festgelegter Seillänge,
2. Bordscheiben, deren Überstand über die obere Seillage mindestens das 1,5fache des Seildurchmessers beträgt,
3. Seilrillen und Bordscheiben nach Nummer 2,
4. Fangkörbe über Bordscheiben
oder
5. Seilwickeleinrichtungen, bei mehrlagiger Aufwicklung jedoch nur in Verbindung mit Bordscheiben nach Nummer 2.
1. Aussetzbügel,
2. Kapselung.
1. die sich nicht unbeabsichtigt lösen können,
2. die kein Knoten des Tragmittels erfordern
und
3. bei denen das Seil nicht über scharfe Kanten gebogen wird.
1. Notendschalter vorhanden sind, bei deren Anbringung der Nachlaufweg berücksichtigt ist,
2. einstellbare Rutschkupplungen vorhanden sind, die die Arbeitsbewegungen gefahrlos begrenzen,
3. Druckbegrenzungsventile in hydraulischen und pneumatischen Systemen vorhanden sind, die die Arbeitsbewegungen begrenzen.

(3) Besteht die Notendhalteinrichtung aus einem Notendschalter, muss dessen Funktion überprüfbar sein. DA
DA zu § 21 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
DA zu § 21 Abs. 3:
Die Überprüfung des Notendschalters kann durch Betätigen von Hand oder durch Anfahren des Schalters erfolgen. Letzteres setzt voraus, dass ein vorgeordneter Betriebsendschalter nach
seinem Ansprechen überbrückbar ist.
§ 22
Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen
(1) Die Rückschlagsicherung nach § 6, die Rücklaufsicherung nach § 12, die Bremseinrichtung nach § 14 und die Sicherung gegen Überlastung nach § 17 müssen so beschaffen und
angeordnet sein, dass Eingriffe ohne Zuhilfenahme von Werkzeug nicht möglich sind. DA
(2) Sperrklinken, Sperrräder und ähnliche Sperreinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass aufgrund der Zähigkeit desWerkstoffes Dauer- und Sprödbrüche nicht zu erwarten sind.DA
(3) Bei in Fahrzeugen eingebauten Geräten müssen Sicherheitseinrichtungen so ausgeführt sein, dass sie durch Witterungseinflüsse oder Verschmutzung nicht unwirksam werden können.
DA
(4) Der Bruch von Federn darf nicht zum Versagen von Sicherheitseinrichtungen nach Absatz 1 führen. DA
DA zu § 22 Abs. 1:
Diese Forderung ist bei Geräten mit abnehmbaren Handkurbeln oder -hebeln erfüllt, wenn Rückschlagsicherung, Rücklaufsicherung und Bremseinrichtung Bestandteile des Gerätes sind.
Diese Forderung ist bei Sicherheitseinrichtungen mit Gesperren erfüllt, wenn
DA zu § 22 Abs. 2.
Werkstoffe mit entsprechender Zähigkeit für Gussteile sind z. B. Stahlguss für allgemeine Verwendungszwecke nach DIN 1681 "Stahlguss für allgemeine Verwendungszwecke;
Gütevorschriften", Gusseisen mit Kugelgraphit nach DIN 1693 "Gusseisen mit Kugelgraphit, Gussstücke; Anforderungen", Temperguss nach DIN 1692 "Temperguss; Begriffe, Eigenschaften,
Abnahme", für Sperrräder auch Gusseisen mit Lamellengraphit nach DIN 1691 "Gusseisen mit Lamellengraphit (Grauguss)", jedoch nur GG 35 und GG 40.
DA zu § 22 Abs. 3:
Die Forderung wird erfüllt z. B. durch
Witterungseinflüssen und Verschmutzung sind insbesondere Sattelstütz-, Reserverad- und Ladungssicherungswinden ausgesetzt.
DA zu § 22 Abs. 4:
Diese Forderung kann durch den Einbau einer geführten Druckfeder oder durch die Verwendung mehrerer Zugfedern erfüllt werden. Bei Zugfedern ist die Forderung erfüllt, wenn beim
Versagen (Bruch) einer Feder die übrigen Federn die Rückstellkraft aufbringen.
 

III. Prüfung
§ 23
Prüfungen
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte einschließlich der Tragkonstruktion sowie Seilblöcke vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen Änderungen vor der
Wiederinbetriebnahme durch einen Sachkundigen geprüft werden. DA
(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte einschließlich der Tragkonstruktion sowie Seilblöcke mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden. Er hat sie
darüber hinaus entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verh ältnissen nach Bedarf zwischenzeitlich durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen. DA
(3) Die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Absatz 1 erstreckt sich auf die ordnungsgemäße Aufstellung und Betriebsbereitschaft.
(4) Der Unternehmer hat im Rahmen der Prüfung nach Absatz 2 Satz 1 von kraftbetriebenen Seil- und Kettenzügen zum Heben von Lasten sowie von kraftbetriebenen Kranhubwerken den
verbrauchten Anteil der theoretischen Nutzungsdauer zu ermitteln. Erforderlichenfalls hat er damit einen Sachverst ändigen zu beauftragen. DA
(5) Abweichend von Absatz 4 ist eine Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer nicht erforderlich, wenn

DA zu § 23 Abs. 1 und 2:
Die Prüfung erstreckt sich im Wesentlichen auf die Vollständigkeit, Eignung und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen sowie auf den Zustand des Gerätes, der Tragmittel, der Rollen, der
Ausrüstung und der Tragkonstruktion. Sicherheitseinrichtungen sind z. B. R ückschlagsicherungen, Rücklaufsicherungen, Bremseinrichtungen, Hilfsbremsen, Seilwickeleinrichtungen,
Einrichtungen zum Sperren der Lastwelle, Sicherungen gegen Überlastung, Notendhalteinrichtungen.
Sachkundiger ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet der Winden, Hub- und Zuggeräte hat und mit den einschlägigen
staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik (BG-Regeln, DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische
Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum) soweit vertraut ist, dass er den
arbeitssicheren Zustand von Winden, Hub- und Zuggeräten beurteilen kann.

DA zu § 23 Abs. 4:
"Kraftbetriebene Seil- und Kettenzüge" siehe Nummern 1.1, 1.2 und 2.1 DIN 15 100 "Serienhebezeuge, Benennungen."
Nach Abschnitt 4.1.2.3 Anhang I EG-Maschinenrichtlinie 89/392/EWG hat der Hersteller Maschinen so zu konzipieren und auszuführen, dass unter den vorgesehenen Einsatzbedingungen ein
Versagen infolge Ermüdung oder Alterung ausgeschlossen ist. Nach Abschnitt 4.4.2 c)muss der Hersteller Benutzungshinweise geben; dazu gehören Angaben über Einsatzbedingungen und
Lebensdauer, für die die Maschine bemessen ist. Durch Vergleich dieser Angaben mit den tatsächlichen Einsatzbedingungen und -zeiten kann der verbrauchte Anteil der theoretischen
Nutzungsdauer ermittelt werden. Dieser Anteil kann u. a. durch eingebaute Zähleinrichtungen ermittelt werden oder z. B. durch Aufschreibungen, die Rückschlüsse auf die tatsächliche
Nutzung zulassen.
Gibt der Hersteller für Geräte, die nach der EG-Maschinenrichtlinie (89/392/EWG und 91/368/EWG) hergestellt und in Betrieb genommen worden sind, keine Einschränkungen hinsichtlich
Nutzungsdauer und Lastspielzahl an, kann der Betreiber davon ausgehen, dass keine Schäden infolge Materialermüdung zu erwarten sind.
Für die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer werden im allgemeinen die Laufzeit der Hubwerke und das Belastungsspektrum herangezogen.
Die Forderung nach Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer ist auch erfüllt, wenn ein Vergleich der tatsächlichenmit der vom Hersteller vorgegebenen
Nutzungsdauer vorgenommen wird. Das betrifft insbesondere Krane, die aufgrund vielfältiger Einsatzarten entsprechend aufwendig konstruiert sind (z. B. Fahrzeugkrane). Hier ist eine genaue
Erfassung der tatsächlichen Beanspruchungen einzelner Baugruppen derzeit nicht möglich. Deshalb geben die Hersteller in der Regel lediglich die Gesamtnutzungsdauer in Jahren bzw.
Betriebsstunden an, nach deren Ablauf entsprechende Maßnahmen (z. B. Austausch einzelner Teile bis hin zu einer Generalüberholung) durchzuführen sind. Hier ist im Rahmen der
wiederkehrenden Prüfung zu beurteilen, ob die vom Hersteller vorgegebenen Einsatzbedingungen hinsichtlich Beanspruchung (Laufzeit, Lastkollektiv) oder die vorgegebene Einsatzart (z. B.
Montagebetrieb, Umschlagbetrieb, Ein-, Zwei- oder Dreischichtbetrieb) eingehalten sind, und ein Vergleich mit der vom Hersteller vorgegebenen Nutzungsdauer vorzunehmen. Die Forderung
nach Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer kann auch durch Berechnungen erfüllt werden.
Die Forderung nach Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer kann auch durch Berechnungen erfüllt werden
Für Serienhubwerke siehe auch die FEM-Regel
Weitere Erläuterungen siehe Anhang 1 "Hinweise zur Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer".

Als Sachverständige kommen in Betracht:
DA zu § 23 Abs. 5 Nr. 1:
Technische Maßnahmen sind z. B.
DA zu § 23 Abs. 5 Nr. 2:
Abgesperrte Bereich sind z. B. Lagerbereiche, die von programmgesteuerten Kranen beschickt werden.
DA zu § 23 Abs. 5 Nr. 3:
Die Prüfverfahren müssen geeignet sein, das Anliegen der Bestimmung – rechtzeitiges Erkennen der Schädigung von Bauteilen vor ihrem Ausfall – zu erfüllen. Dabei handelt es sich in der
Regel um aufwändige Prüfverfahren. Geeignet ist z. B. die Frequenzanalyse.
DA zu § 23 Abs. 5 Nr. 4:
Diese Bestimmung betrifft z. B. Turmdrehkrane, die im Freien eingesetzt und h äufig auf- und abgebaut werden. Die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer
würde hier keinen ausreichenden Bewertungsmaßstab darstellen, da Zusatzbeanspruchungen einen größeren Einfluss auf die Lebensdauer haben können.
Die zustandsbezogene Instandhaltung berücksichtigt die Beanspruchung der Geräte durch betriebliche Einsatzfälle und durch Zusatzbeanspruchungen, z. B. infolge häufigen Auf- und Abbaus
einschließlich des Transportes, oder durch schädliche Einflüsse (Korrosion).
Die zustandsbezogene Instandhaltung umfasst Wartung, Pflege, Kontrollen und Prüfungen in festgelegten Intervallen sowie die Beurteilung und gegebenenfalls den Austausch von Bauteilen.
Vorgaben der Hersteller in Betriebsanleitungen sind einzuhalten, wobei bei der Konkretisierung der Maßnahmen die Erfahrungen der Betreiber und Sachverständigen berücksichtigt werden.
 


§ 23a
Prüfnachweis
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass über die Ergebnisse der Prüfung von Geräten nach § 23 ein Nachweis geführt wird. DA
(2) Die Ergebnisse der Prüfungen von kraftbetriebenen Seil- und Kettenzügen zum Heben von Lasten sowie von kraftbetriebenen Kranhubwerken müssen in ein Prüfbuch eingetragen werden.
DA
DA zu § 23a Abs. 1:
Der Nachweis der Prüfungen nach § 23 Abs. 1 und 2 kann z. B. durch Eintragung der Prüfergebnisse in ein Prüfbuch, durch Führen einer Kartei oder durch Anbringen einer Prüfplakette, aus
der das Datum der Prüfung und die prüfende Stelle hervorgeht, erbracht werden. Das Anbringen der Prüfplakette setzt voraus, dass sicherheitstechnische Mängel am Gerät nicht vorhanden
sind.
Siehe auch "Prüfbuch für Winden, Hub- und Zuggeräte" (ZH 1/25) bzw. BG-Grundsatz: Kran (Prüfbuch) (BGG 943 / ZH 1/29).
DA zu § 23a Abs. 2:
Zu den Ergebnissen der Prüfung gehören auch der nach § 23 Abs. 4 ermittelte verbrauchte Anteil der theoretischen Nutzungsdauer sowie die gegebenenfalls nach § 35a festgelegten
Bedingungen für den Weiterbetrieb.
Kraftbetriebene Seil- und Kettenzüge siehe Durchführungsanweisungen zu § 23 Abs. 4.
IV. Betrieb
 

§ 24
Anforderungen an Personen, Beauftragung
(1) Der Unternehmer darf mit dem Aufstellen, Warten oder selbstständigen Betätigen der Geräte nur Versicherte beauftragen, die hierzu geeignet und hiermit vertraut sind.
(2) Versicherte dürfen Geräte nur aufstellen, warten oder selbstständig betätigen, wenn sie hierzu vom Unternehmer beauftragt sind.
DA
DA zu § 24:
Die Beauftragung kann je nach Geräteart auch in allgemeiner Form erfolgen. Z. B. schließt die Beauftragung eines Versicherten mit der Instandsetzung eines Kraftfahrzeuges die Benutzung
von Wagenhebern mit ein.
Hierzu geeignet und mit diesen Arbeiten vertraut sein bedeutet unter anderem, dass die betroffenen Versicherten au ßer den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften auch
Betriebsanleitungen und -anweisungen kennen und gegebenenfalls entsprechend unterwiesen worden sind. Der erforderliche Umfang der Unterweisung ist abhängig von der Bauart und der
Arbeitsweise der Geräte.
 

§ 24a
Betriebsanleitung, Betriebsanweisung
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die vom Hersteller mitgelieferte Betriebsanleitung vorhanden und den mit dem Aufstellen, Warten oder selbstständigen Betätigen der Geräte
beauftragten Versicherten zugänglich ist. DA
(2) Der Unternehmer hat, wenn die betrieblichen Verhältnisse dies erfordern, unter Berücksichtigung der vom Hersteller mitgelieferten Betriebsanleitung eine Betriebsanweisung in
verständlicher Form und in der Sprache der Versicherten zu erstellen, in der entsprechend den betrieblichen Gegebenheiten Maßnahmen für den sicheren Betrieb geregelt werden. DA
(3) Die Versicherten haben die Betriebsanleitung und die Betriebsanweisung zu beachten.
DA zu § 24a Abs. 1:
Wartung bedeutet gemäß DIN 31 051 "Instandhaltung; Begriffe und Maßnahmen": Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes, das ist der für den jeweiligen Fall festgelegte bzw.
geforderte Zustand.
Aus § 14 Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1/UVV 1 – VBG 1) ergibt sich die Verpflichtung des Versicherten, die Betriebsanleitungen und -anweisungen zu beachten.
Gemäß § 15 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1/UVV 1 – VBG 1) dürfen Geräte nur bestimmungsgemäß betrieben werden. Bestimmungsgemäß betreiben
bedeutet bei Geräten mit Seiltrieben z. B. auch die Festlegung der zulässigen Belastung in Abhängigkeit von der Triebwerkgruppe nach DIN 15 020-1 "Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe,
Berechnung und Ausführung".
Betriebsanleitungen sind z. B. zugänglich, wenn sie am Wartungs- und Einsatzort zur Einsichtnahme zur Verfügung stehen.
DA zu § 24a Abs. 2:
Die Aufstellung einer Betriebsanweisung kann erforderlich sein, z. B. bei der Montage sperriger Bauteile, beim Personentransport, beim Transport gefährlicher Güter. Im Normalfall besteht die
Betriebsanweisung aus der Betriebsanleitung des Herstellers.
 

§ 25
Aufstellung, Befestigung
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass bei der Aufstellung der Geräte deren Steuerstand so angeordnet oder geschätzt wird, dass der Geräteführer weder durch das Gerät selbst noch
durch die Tragmittel oder die Last gefährdet wird. DA
(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte, Umlenkrollen und Seilblöcke nur an solchen Konstruktionen und Aufhängungen befestigt werden, die in der Lage sind, die zu
erwartenden Kräfte sicher aufzunehmen.
(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte, Umlenkrollen und Seilblöcke so aufgestellt, angeordnet oder befestigt werden, dass sie durch die beim Betrieb auftretenden Kräfte in
ihrer Stellung nicht ungewollt verändert werden. DA
(4) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte so aufgestellt oder angeordnet werden, dass Tragmittel nicht über Kanten gezogen werden und ihre seitliche Ablenkung an der
Auflaufstelle auf die Trommel nicht mehr als 4° (1:15) beträgt. DA
(5) Der Geräteführer hat darauf zu achten, dass Tragmittel nicht über Kanten gezogen werden.
DA zu § 25 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt durch
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durch die Tragmittel oder die Last gefährdet wird. DA
(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte, Umlenkrollen und Seilblöcke nur an solchen Konstruktionen und Aufhängungen befestigt werden, die in der Lage sind, die zu
erwartenden Kräfte sicher aufzunehmen.
(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte, Umlenkrollen und Seilblöcke so aufgestellt, angeordnet oder befestigt werden, dass sie durch die beim Betrieb auftretenden Kräfte in
ihrer Stellung nicht ungewollt verändert werden. DA
(4) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geräte so aufgestellt oder angeordnet werden, dass Tragmittel nicht über Kanten gezogen werden und ihre seitliche Ablenkung an der
Auflaufstelle auf die Trommel nicht mehr als 4° (1:15) beträgt. DA
(5) Der Geräteführer hat darauf zu achten, dass Tragmittel nicht über Kanten gezogen werden.
DA zu § 25 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt durch
DA zu § 25 Abs. 3:
Das bedeutet z. B., dass Seilblöcke gegen Aushängen zu sichern sind.
DA zu § 25 Abs. 4:
Siehe auch § 20 Abs. 2 und Durchführungsanweisungen.
 

§ 26
Zulässige Belastung
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen und der Geräteführer hat darauf zu achten, dass die zulässige Belastung von Geräten und Seilblöcken nicht überschritten wird. DA
(2) Der Unternehmer hat, wenn in besonderen Einsatzfällen auf Trommelwinden ein dünneres Seil aufgelegt wird, als auf dem Typenschild angegeben ist, dafür zu sorgen, dass nur solche
Seile verwendet werden, die den zu erwartenden Belastungen standhalten. DA
(3) Sollen Lasten gleichzeitig mit mehreren Geräten gehoben werden, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass die Geräte so ausgewählt und angeordnet werden, dass auch bei
ungünstigster Lastverteilung eine Überlastung des Einzelgerätes vermieden wird. DA
DA zu § 26 Abs. 1:
Das bedeutet, dass nicht nur die Nutzlasten, sondern auch die Gewichte der Lastaufnahmeeinrichtungen ber ücksichtigt werden.
DA zu § 26 Abs. 2:
Besondere Einsatzfälle liegen vor, wenn aufgrund der Hubhöhe über mehrere Seillagen gefahren wird und gleichbleibende maximale Lasten gehoben werden, die der Größe nach durch die
Zugkraft in der obersten Seillage begrenzt sind. In diesen Fällen wird der erforderliche Seildurchmesser nach DIN 15 020-1 "Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Berechnung und
Ausführung" unter Zugrundelegen der vorgenannten Seilzugkraft ermittelt. Hierbei darf die Seiltrommel kein Rillenprofil aufweisen.
DA zu § 26 Abs. 3:
Ungünstige Lastverteilungen können sich ergeben z. B. durch Bodenunebenheiten oder durch unterschiedliche Hubgeschwindigkeiten.
 

§ 27
Prüfung vor Arbeitsbeginn
Der Geräteführer hat bei Beginn jeder Arbeitsschicht die Funktion von Notendhalteinrichtungen – ausgenommen Rutschkupplungen – zu prüfen.
 

§ 27a
Feststellung und Beseitigung von Mängeln
Stellt der Geräteführer an Geräten einschließlich der Tragmittel, Rollen, Ausrüstung und Tragkonstruktion augenfällige Mängel fest, hat er diese unverzüglich zu beseitigen. Gehört dies nicht zu
seiner Arbeitsaufgabe oder verfügt er nicht über die notwendige Sachkunde, hat er erforderlichenfalls das Gerät außer Betrieb zu setzen und den Mangel dem Unternehmer zu melden. DA
DA zu § 27a:
Nach § 2 Abs. 3 Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1/UVV 1 – VBG 1) sind Einrichtungen stillzulegen, wenn Mängel auftreten, die die Betriebssicherheit gefährden.
Solche Mängel sind z. B.
 

§ 28
Anschlagen der Last
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Lasten nicht durch Umschlingen mit dem Hubseil oder der Hubkette angeschlagen werden.
1. Anordnung des Steuerstandes außerhalb des Gefahrbereiches,
2. Fernbedienung,
3. ein ausreichend bemessenes Schutzdach,
4. Schutzgitter.
– Versagen der Rückschlagsicherung,
– Versagen der Rücklaufsicherung,
– Nachlassen der Bremswirkung bzw. Versagen der Bremseinrichtung,
– Versagen der Notendhalteinrichtung,
– Versagen der Sicherung gegen Überlastung,
– Seilschäden (z. B. Knoten, Abplattungen, Knicke und Klanken, Bruch einer Litze, starker Rostansatz, Beschädigung der Hanfseele, Drahtbrüche),
– Kettenschäden,
– Leckstellen an Hydraulik- und Pneumatikanlagen,
– ungewohnte Geräusche im Getriebe,
– Aufbiegung des Lasthakens,
– unzulässige Abnutzungserscheinungen am Lasthaken.
2) Versicherte dürfen Lasten nicht durch Umschlingen mit dem Hubseil oder der Hubkette anschlagen.
(3) Absätze 1 und 2 gelten nicht für den Einsatz von Rücke- und Langholzverladewinden, von Selbstbergewinden an Fahrzeugen sowie von Verhol- und Schleppwinden für Wasserfahrzeuge.
 

§ 29
Einleiten der Lastbewegung
(1) Der Geräteführer darf eine Lastbewegung erst dann einleiten, nachdem er sich davon überzeugt hat, dass die Last sicher angeschlagen ist und sich keine Personen im Gefahrbereich
aufhalten, oder nachdem er vom Anschläger ein Zeichen bekommen hat.
(2) Der Geräteführer hat alle Bewegungen der Last und des Lastaufnahmemittels zu beobachten.
(3) Kann der Geräteführer nicht alle Bewegungen der Last oder des Lastaufnahmemittels vom Steuerstand aus beobachten, hat der Unternehmer geeignete Maßnahmen zu treffen, damit
Personen durch die Last oder das Lastaufnahmemittel nicht gefährdet werden. DA
DA zu § 29 Abs. 3:
Geeignete Maßnahmen sind z. B.
Eine Verständigung zwischen dem Geräteführer und dem Einweiser wird ermöglicht durch eindeutige Zeichengebung bei vorhandenem Sichtkontakt sowie durch Signal - oder
Sprecheinrichtungen.
Bei von Seilwinden gezogenen Arbeitsgeräten und Fahrzeugen für die Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen und in landwirtschaftlichen Kulturen, bei denen das Mitfahren eines
Versicherten erforderlich ist, kann die Verständigung mit dem Geräteführer durch Zuruf erfolgen.
 

§ 29a
Zusätzliche Abstützung beim Anheben von Fahrzeugen
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass mit Geräten angehobene Fahrzeuge, an oder unter denen gearbeitet werden soll, vor Aufnahme der Arbeit durch Absetzen auf standsichere
Abstützungen zusätzlich gegen Absinken gesichert werden. DA
(2) Der Geräteführer hat mit Geräten angehobene Fahrzeuge, an oder unter denen gearbeitet werden soll, vor Aufnahme der Arbeit durch Absetzen auf standsichere Abstützungen zusätzlich
gegen Absinken zu sichern. DA
(3) Absätze 1 und 2 gelten nicht für das Anheben von Fahrzeugen ausschließlich zum Radwechsel.
DA zu § 29a Abs. 1 und 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die Fahrzeuge z. B. auf dafür vorgesehene Unterstellböcke oder auf schubfest und kippsicher gelegte Lagerhölzer abgesetzt oder die Geräte in Hubstellung
zusätzlich formschlüssig gegen Absinken gesichert werden.
Siehe auch Abschnitt 5.15.3 BG-Regeln "Fahrzeug-Instandhaltung" (BGR 157/ZH 1/454).
 

§ 30
Unterbrechen des Kraftflusses
Der Geräteführer darf die Verbindung zwischen Lastwelle und Rücklaufsicherung unter Last nicht unterbrechen. DA
DA zu § 30:
Diese Forderung ist für Geräte, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt worden sind (siehe § 37 Abs. 1 Nr. 10), von Bedeutung, da sich diese unter Umständen über Leerlaufstellungen
schalten lassen, wo die Last nicht gegen Abstürzen gesichert ist.
 

§ 31
Verlassen des Steuerstandes von unter Last stehenden Geräten
(1) Der Geräteführer darf den Steuerstand von Geräten bei schwebender Last nicht verlassen.
(2) Muss der Geräteführer abweichend von Absatz 1 arbeitsbedingt bei schwebender Last den Steuerstand verlassen, hat der Unternehmer die Voraussetzungen zu schaffen, dass der
Gefahrbereich unter der Last gesichert werden kann. DA
(3) Muss der Geräteführer abweichend von Absatz 1 arbeitsbedingt bei schwebender Last den Steuerstand verlassen, hat er den Gefahrbereich unter der Last zu sichern. DA

DA zu § 31 Abs. 2 und 3:
Diese Forderung ist erfüllt durch
wobei mehrere Maßnahmen gleichzeitig in Frage kommen können.
 

§ 32
Personentransport
(1) Der Geräteführer darf Personen mit der Last oder der Lastaufnahmeeinrichtung nicht befördern.
(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Personenaufnahmemittel, mit denen Personen befördert werden oder von denen aus Personen arbeiten können, sowie höhenbewegliche
Steuerstände von Kranen nur mit Geräten bewegt werden, die hierfür eingerichtet sind. DA
(3) Geräteführer dürfen Personenaufnahmemittel, mit denen Personen befördert werden oder von denen aus Personen arbeiten können, sowie höhenbewegliche Steuerstände von Kranen
nur mit Geräten bewegen, die hierfür eingerichtet sind. DA
(4) Absatz 1 gilt nicht für das Mitfahren von Personen auf Wasserfahrzeugen sowie auf schienen- oder erdgebundenen Arbeitsmaschinen und Fahrzeugen, sofern diese für das Mitfahren
eingerichtet sind. DA

DA zu § 32 Abs. 2 und 3:
Siehe auch § 36 Unfallverhütungsvorschrift "Krane" (BGV D6/UVV 8 – VBG 9), BG-Regeln "Höhenbewegliche Steuerstände von Kranen" (BGR 108/ZH 1/26) sowie BG-Regeln "Hochziehbare
Personenaufnahmemittel" (BGR 159/ZH 1/461).

DA zu § 32 Abs. 4:
Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge sind für das Mitfahren eingerichtet, wenn für die mitfahrenden Personen Fahrersitze und Fußrasten vorhanden sind und der Fahrersitz durch seine Form
eine genügende Sicherheit gegen Abrutschen bietet.
 

§ 33
Anforderungen an Geräte, abhängig von der Verwendungsart
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass zum Bewegen von Lasten auf schiefen Ebenen oder zum Heben nur Geräte verwendet werden, die mit einer Rücklaufsicherung und einer
Bremseinrichtung ausgerüstet sind. DA
(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass zum Verholen oder Schleppen von Wasserfahrzeugen oder zum Bewegen von Ankern nur Geräte verwendet werden, die mit einer
Bremseinrichtung ausgerüstet sind.
(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass beim Heben feuerflüssiger Massen nur Geräte verwendet werden, die mit zwei unabhängig voneinander wirkenden Bremseinrichtungen
ausgerüstet sind. Abweichend von Satz 1 dürfen zum Heben feuerflüssiger Massen auch Geräte, die für eine zulässige Belastung bis zu 25 t ausgelegt sind, mit nur einer Bremseinrichtung
verwendet werden, wenn die betriebsmäßige Belastung nur 2/3 der zulässigen Belastung beträgt.
(4) Müssen Lasten bewegt werden, die festsitzen oder sich auf ihrem Weg verhaken, verklemmen oder festsetzen können, so dass zusätzliche Kräfte unkontrollierter Größe auftreten, hat der
Unternehmer dafür zu sorgen, dass dazu nur Geräte verwendet werden, die mit einer Sicherung gegen Überlastung ausgerüstet sind.

DA zu § 33 Abs. 1:
Diese Forderung schließt die Verwendung von Spillen zum Bewegen von Lasten auf schiefen Ebenen oder zum Heben aus.
 

§ 34
Anfahren von Notendhalteinrichtungen
Der Geräteführer darf Notendhalteinrichtungen nicht betriebsmäßig anfahren. DA

DA zu § 34:
"Betriebsmäßig anfahren" bedeutet das beabsichtigte regelmäßige Anfahren der oberen Endstellung zur Ausnutzung der vollen Hubhöhe.
Siehe auch § 21.
 

§ 35
Zusätzliche Bestimmungen für Trommelwinden
(1) Der Geräteführer darf unter Last nur so viel Seil auf die Trommel aufwickeln, dass ein Bordscheibenüberstand erhalten bleibt, der mindestens das 1,5-fache des Seildurchmessers
beträgt.
(2) Der Geräteführer hat darauf zu achten, dass unter Last mindestens zwei Seilwindungen auf der Trommel verbleiben.
(3) Absatz 2 gilt nicht für den Einsatz von Rückewinden.
(4) Der Geräteführer hat bei freigeschalteter Trommel zum Ablassen des leeren Hakengeschirres und beim Abziehen des unbelasteten Seiles die Hilfsbremse zu benutzen.
 

§ 35a
Ablauf der theoretischen Nutzungsdauer von Geräten
(1) Der Unternehmer hat kraftbetriebene Seil- und Kettenzüge zum Heben von Lasten sowie Kranhubwerke mit Ablauf der theoretischen Nutzungsdauer außer Betrieb zu nehmen.
(2) Abweichend von Absatz 1 ist ein Weiterbetrieb zulässig, wenn durch einen Sachverständigen
(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Bedingungen nach Absatz 2 Nr. 2 beim Weiterbetrieb eingehalten werden. DA

DA zu § 35a:
Hinweise für Bedingungen zum Weiterbetrieb siehe die FEM-Regel
FEM 9.755 – Maßnahmen zum Erreichen sicherer Betriebsperioden von motorisch angetriebenen Serienhubwerken (S.W.P.).
V. Ordnungswidrigkeiten
 

§ 36
Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig im Sinne des § 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen
zuwiderhandelt.
 

VI. Übergangs- und Ausführungsbestimmungen
§ 37
Übergangs- und Ausführungsbestimmungen
(1) Für Geräte, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt sind (Baujahr 1981), gelten nicht:
1. festgestellt worden ist, dass einem Weiterbetrieb keine Bedenken entgegenstehen,
und
2. die Bedingungen für den Weiterbetrieb festgelegt worden sind. Die Bedingungen sind in das Prüfbuch einzutragen.
– des § 2a Abs. 1 in Verbindung mit
§ 2a Abs. 3 Satz 2,
§ 3 Abs. 1 bis 5 oder 8,
§§ 4, bis 8 Abs. 1,
§§ 9 bis 12 Abs. 4,
§ 13 Abs. 1,
§ 14 Abs. 1, 2 oder 4,
§§ 15 bis 20 Abs. 2,
§ 21 Abs. 1 oder 3
oder
§ 22,
– des § 23 Abs. 1, 2 oder 4 Satz 1,
§§ 23a bis 27, 27a Satz 1,
§ 28 Abs. 1 oder 2,
§ 29 Abs. 1 oder 2,
§ 29a Abs. 1 oder 2,
§§ 30 oder 31 Abs. 1,
§ 32 Abs. 1, 2 oder 3,
§ 33 Abs. 1, 2, 3 Satz 1 oder Absatz 4,
§§ 34, 35 Abs. 1, 2 oder 4
oder
§ 35a Abs. 1 oder 3
1. § 3 Abs. 1 für Seilblöcke,
2. § 3 Abs. 1 Nr. 5 bezüglich der Haltekraft für Geräte zum Bewegen von Wasserfahrzeugen,
3. § 3 Abs. 2, 3, 4 und 5,
4. § 5,
5. § 6 Nr. 1 für Zahnstangen-Gleishebewinden, für Mehrzweckzüge mit Hebel, für Spannwinden der Schubschifffahrt,
6. § 8 Abs. 1 für Hubwerke von Turmdrehkranen und Wandlaufkranen sowie für Hubwerke mit aussetzendem Antrieb von Auslegerkranen, DA
7. § 9 Abs. 2,
8. § 11,
9. § 12 Abs. 2 für Zahnstangen-Gleishebewinden,
10. § 12 Abs. 3 und 4,
11. § 13 Abs. 1,
12. § 14 Abs. 1 für Zahnstangen-Gleishebewinden,
13. § 17 Abs. 1,
14. § 20 Abs. 1 Satz 2,

(2) Kraftbetriebene Geräte, deren Steuereinrichtungen noch nicht nach § 8 Abs. 1 ausgeführt sind, dürfen in einer gemeinsamen Gruppe nicht mit Geräten eingesetzt werden, deren
Steuereinrichtungen der Forderung des § 8 Abs. 1 entsprechen. DA
(3) § 33 Abs. 4 gilt erst ab 31. Dezember 1981.
(4) Für in Gebäuden eingebaute oder an Gebäuden angebaute Seilwinden zum Transport von Lasten über mehrere Stockwerke, deren Befehlseinrichtung von allen Steuerständen aus über
ein gemeinsames mechanisches Stellteil betätigt wird und die vor dem 1. April 1980 in Betrieb waren, gilt § 8 Abs. 1 nicht.
(5) § 23 Abs. 4 und 5 sowie § 35a gelten erst ab 1. Oktober 1994. Für Geräte, die zu diesem Zeitpunkt bereits in Betrieb waren, gilt ergänzend:
DA zu § 37 Abs. 1 Nr. 6:
Aussetzender Antrieb siehe Durchführungsanweisungen zu § 12 Abs. 5 Nr. 4.
DA zu § 37 Abs. 2:
Unter "gemeinsamer Gruppe" versteht man den Einsatz von mehreren Geräten, die gemeinsam und gleichzeitig eine Last heben.
DA zu § 37 Abs. 5 Nr. 1:
Überschlägige Ermittlung bedeutet z. B. die Feststellung, dass das Ger ät entsprechend seiner Einstufung (Triebwerkgruppe) in den vergangenen Jahren betrieben wurde.
Die Generalüberholung dient der Beurteilung des Zustandes der infrage kommenden Bauteile und der Feststellung aller schadhaften bzw. einem Defekt nahen Bauteile. Im Ergebnis kann der
Austausch einzelner Bauteile oder ganzer Baugruppen notwendig werden. In Dokumentationen oder Betriebsanleitungen geben die Hersteller an, welche Teile besonders geprüft bzw.
ausgetauscht werden müssen. Liegen Angaben nicht vor, sollte beim Hersteller nachgefragt werden.
Die Generalüberholung soll möglichst umgehend durchgeführt werden. Mit dem genannten Termin bis 31. Dezember 1997 haben Unternehmen, bei denen eine größere Anzahl von Geräten
im Einsatz ist, die Möglichkeit, durch zeitlich gestaffelte Maßnahmen einen reibungslosen Ablauf zu gestalten.
Damit der Betreiber auch in den folgenden Jahren gemäß den Bestimmungen des § 23 Abs. 4 verfahren kann, werden nach Durchführung der Generalüberholung die Bedingungen für den
weiteren Betrieb (neue Nutzungsdauer) festgelegt und im Prüfbuch eingetragen.

DA zu § 37 Abs. 5 Nr. 2:
Die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer kann z. B. nicht durchgeführt werden, wenn zurückliegende Einsatzzeiträume nicht eingeschätzt oder Angaben des
Herstellers über die Nutzungsdauer nicht verfügbar sind. Soweit Angaben des Herstellers vorliegen, sind diese zu berücksichtigen.
Die Generalüberholung dient der Beurteilung des Zustandes der infrage kommenden Bauteile und der Feststellung aller schadhaften bzw. einem Defekt nahen Bauteile. Im Ergebnis kann der
Austausch einzelner Bauteile oder ganzer Baugruppen notwendig werden. In Dokumentationen oder Betriebsanleitungen geben die Hersteller an, welche Teile besonders geprüft bzw.
ausgetauscht werden müssen. Liegen Angaben nicht vor, sollte beim Hersteller nachgefragt werden.
Die Generalüberholung soll möglichst umgehend durchgeführt werden. Mit dem genannten Termin bis 31. Dezember 1997 haben Unternehmen, bei denen eine größere Anzahl von Geräten
im Einsatz ist, die Möglichkeit, durch zeitlich gestaffelte Maßnahmen einen reibungslosen Ablauf zu gestalten.
Damit der Betreiber auch in den folgenden Jahren gemäß den Bestimmungen des § 23 Abs. 4 verfahren kann, werden nach Durchführung der Generalüberholung die Bedingungen für den
weiteren Betrieb (neue Nutzungsdauer) festgelegt und im Prüfbuch eingetragen.
DA zu § 37 Abs. 5 Nr. 3:
Zustandsbezogene Instandhaltung siehe Durchführungsanweisungen zu § 23 Abs. 5 Nr. 4.
Nicht anwendbar ist die Bestimmung des § 23 Abs. 5 Nr. 4 z. B., wenn die bereits in Betrieb befindlichen Krane nicht durch Sachverständige geprüft werden.
Insbesondere bei größeren Kranhubwerken liegen jahrelange Erfahrungen über das Verschleißverhalten einzelner Baugruppen vor. Die Anwendung dieser Bestimmung setzt im Allgemeinen
voraus, dass diese Kranhubwerke bereits einer zustandsbezogenen Instandhaltung unterlagen und diese entsprechend dokumentiert ist.


VII. Inkrafttreten
§ 38
Inkrafttreten
Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 01. April 1980 in Kraft. Gleichzeitig treten die Unfallverh ütungsvorschrift "Winden" (UVV 7a) vom 01. 01. 1956 und die §§ 1, 2, 8, 9 und 10 der
Unfallverhütungsvorschrift "Hebezeuge" (UVV 7) vom 01. April 1934 außer Kraft.

 

Anhang 1
Hinweise zur Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer
1 Allgemeines
Seil- und Kettenzüge sowie Kranhubwerke (nachfolgend als Geräte bezeichnet) werden entsprechend ihrer geplanten Betriebsweise in Triebwerkgruppen nach Laufzeiten und Lastkollektiven
eingestuft und nach den daraus sich ergebenden Beanspruchungen dimensioniert (DIN 15 020; ISO 4301/1; FEM 1.001; FEM 9.511).
Sie sind damit von der gesamten Konzeption der Bemessung und des Nachweises nur für eine begrenzte Nutzungsdauer ausgelegt.
Die Einstufung erfolgt auf der Grundlage
Nach Ablauf der Gesamtnutzungsdauer sind Maßnahmen durchzuführen, bei denen nach Vorgabe des Herstellers Bauteile geprüft und ausgetauscht werden. Danach wird eine neue
verfügbare Nutzungsdauer festgelegt.
Mit § 23 Abs. 4 und 5, § 35a und § 37 Abs. 5 dieser Unfallverhütungsvorschrift wurden für einen sicheren Betrieb von kraftbetriebenen Seil- und Kettenzügen sowie von kraftbetriebenen
Kranhubwerken Bestimmungen zur Berücksichtigung der vom Hersteller der Bemessung zugrunde gelegten Gesamtnutzungsdauer aufgenommen.
Auch die Maschinenrichtlinie (89/392/EWG) fordert, Maschinen so zu konzipieren und auszuführen, dass unter den vorgesehenen Einsatzbedingungen ein Versagen infolge Erm üdung oder
Alterung ausgeschlossen ist (Ziff. 4.1.2.3 des Anhanges I der Richtlinie 89/392/EWG). Diese Forderung kann nur erfüllt werden, wenn der Hersteller Angaben zu den der Auslegung
zugrundeliegenden Annahmen (Laufzeit und Lastkollektiv) macht und der Betreiber die Einhaltung der Bedingungen überprüft. Hierbei muss in bestimmten Zeitabständen der verbrauchte
Anteil der Nutzungsdauer ermittelt werden.
Unter Beachtung der Festlegungen der Maschinenrichtlinie ist davon auszugehen, dass bei neuen Geräten die Betriebsanleitungen der Hersteller Vorgaben für den Betreiber enthalten, die
eine Einschätzung und Bewertung des Zustandes der Geräte möglich machen.
Für die Anwendung der Bestimmungen des § 23 Abs. 4 und 5 sowie des § 35a
ist der in § 37 Abs. 5 genannte Termin zu beachten. Die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer muss bei der nach diesem Termin fällig werdenden
wiederkehrenden Prüfung des jeweiligen Gerätes erstmals durchgeführt werden.
Die Bestimmungen dieser Unfallverhütungsvorschrift gelten für kraftbetriebene Seil- und Kettenzüge sowie für kraftbetriebene Kranhubwerke.
Für Seil- und Kettenzüge wird in den Durchführungsanweisungen zu § 23 Abs. 4 auf die DIN 15 100 "Serienhebezeuge; Benennungen", Nummern 1.1 (Elektrozüge mit Seil), 1.2
(Elektrokettenzüge) und 2.1 (Druckluftzüge), verwiesen. Gemeint sind damit Geräte, die unabhängig von einem spezifischen Kran oder einem spezifischen Einsatz konstruiert und gefertigt
wurden. Diese Geräte sind gekennzeichnet durch eine kompakte Bauart. Andere Geräte, z. B. Montagewinden, Bergewinden, Antriebe für Bauaufzüge, werden von den Bestimmungen dieser
Unfallverhütungsvorschrift zur Nutzungsdauer nicht erfasst. Selbstverständlich sind auch hier die Festlegungen der Hersteller in Betriebsanleitungen zu beachten und einzuhalten.
Eine Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer fordert diese Unfallverh ütungsvorschrift ebenfalls nicht bei Geräten, die in § 23 Abs. 5
aufgeführt sind. Dazu gehören unter anderem auch kraftbetriebene Kranhubwerke, die regelmäßig durch Sachverständige geprüft werden und einer zustandsbezogenen Instandhaltung
unterliegen.
Hier werden insbesondere auch Turmdrehkrane berücksichtigt, die auf Baustellen zum Einsatz kommen. Ermittlungen haben ergeben, dass die Hubwerke dieser Krane vielfach weit unter der
vom Hersteller angenommenen Beanspruchung eingesetzt werden, wobei andere Einflussfaktoren (äußere Einflüsse, Zusatzbeanspruchungen durch häufigen Auf- und Abbau) für die
Nutzungsdauer bestimmend sein können.
2 Seil- und Kettenzüge sowie Kranhubwerke, die nach dem in § 37 Abs. 5 dieser Unfallverhütungsvorschrift genannten Termin neu in Betrieb genommen werden
2.1 Kraftbetriebene Seil- und Kettenzüge (allein betrieben bzw. als Kranhubwerke eingesetzt)
Für diese serienmäßig hergestellten Geräte haben die europäischen Hersteller Vorgaben für die Nutzungsdauer unter Berücksichtigung zugrunde gelegter Berechnungen und konstruktiver
Auslegungen erarbeitet und als FEM 9.755 herausgegeben.
Detaillierte Vorgaben unter Beachtung der Spezifik des jeweiligen Gerätes sind den Betriebsanleitungen der Hersteller zu entnehmen. Ziel der FEM-Regel ist die Festlegung von Maßnahmen
zum Erreichen sicherer Betriebsperioden über die Gesamtnutzungsdauer der Geräte, obwohl nach dem Stand der Technik vorzeitige Ausfälle nicht gänzlich auszuschließen sind.
In der FEM 9.755 wird für Serienhebezeuge aufgrund ihrer Auslegung von einer theoretischen Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren ausgegangen, wenn die w ährend des Betriebes auftretenden
Beanspruchungen den der Bemessung zugrunde gelegten Belastungskollektiven und Laufzeiten entsprechen. Bei Ablauf dieser theoretischen Nutzungsdauer können nach
Generalüberholungen (Prüfung und Austausch geschädigter Bauteile) diese Geräte für eine neue Betriebsperiode weiter betrieben werden.
Ergibt sich bei den in Abständen von einem Jahr durchzuführenden wiederkehrenden Prüfungen des Serienhebezeuges, dass seine Beanspruchung hinsichtlich Laufzeit und Lastkollektiv
derjenigen Triebwerkgruppe entspricht, in die es eingeordnet ist (Angabe in Betriebsanleitung, auf Typenschild), verringert sich der verbleibende Anteil der theoretischen Nutzungsdauer um
jeweils ein Jahr. Es ist in diesen Fällen nicht erforderlich, bei jeder wiederkehrenden Prüfung Laufzeiten und Lastkollektive zu ermitteln, sondern lediglich einzusch ätzen, ob die
Betriebsbedingungen gleich geblieben sind.
Liegt die tatsächliche Beanspruchung höher, verkürzt sich folglich die noch verfügbare Nutzungsdauer, liegt die Beanspruchung niedriger, verlängert sich die Nutzungsdauer entsprechend.
In den meisten Fällen ist daher die Ermittlung der tatsächlich vorliegenden Beanspruchung – Laufzeit der Geräte, Belastungsspektrum – ausreichend, um Aussagen für den Weiterbetrieb
treffen zu können.
Auch Sachverständige, die zur Beurteilung herangezogen werden, können Aussagen nur auf der Grundlage der Angaben des Betreibers zur Beanspruchung und Laufzeit und der Angaben der
Hersteller zur Gesamtnutzungsdauer machen.
Gegenüber der vorhergehenden Fassung vom 01. Oktober 1996 wurde folgende Bestimmung geändert:

§ 36
(Die Angabe "§ 710 Abs. 1 Reichsversicherungsordnung – RVO –" wurde durch die Angabe "§ 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch
Sozialgesetzbuch – SGB VII –" ersetzt).
– der vorgesehenen Gesamtnutzungsdauer des Gerätes,
– des Last-, Beanspruchungs- und Spannungskollektivs, dem dieses Gerät ausgesetzt ist.
BGV D8: Winden, Hub- und Zuggeräte
Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution www.bghw.de Seite 21 / 30
zum Erreichen sicherer Betriebsperioden über die Gesamtnutzungsdauer der Geräte, obwohl nach dem Stand der Technik vorzeitige Ausfälle nicht gänzlich auszuschließen sind.
In der FEM 9.755 wird für Serienhebezeuge aufgrund ihrer Auslegung von einer theoretischen Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren ausgegangen, wenn die w ährend des Betriebes auftretenden
Beanspruchungen den der Bemessung zugrunde gelegten Belastungskollektiven und Laufzeiten entsprechen. Bei Ablauf dieser theoretischen Nutzungsdauer können nach
Generalüberholungen (Prüfung und Austausch geschädigter Bauteile) diese Geräte für eine neue Betriebsperiode weiter betrieben werden.
Ergibt sich bei den in Abständen von einem Jahr durchzuführenden wiederkehrenden Prüfungen des Serienhebezeuges, dass seine Beanspruchung hinsichtlich Laufzeit und Lastkollektiv
derjenigen Triebwerkgruppe entspricht, in die es eingeordnet ist (Angabe in Betriebsanleitung, auf Typenschild), verringert sich der verbleibende Anteil der theoretischen Nutzungsdauer um
jeweils ein Jahr. Es ist in diesen Fällen nicht erforderlich, bei jeder wiederkehrenden Prüfung Laufzeiten und Lastkollektive zu ermitteln, sondern lediglich einzusch ätzen, ob die
Betriebsbedingungen gleich geblieben sind.
Liegt die tatsächliche Beanspruchung höher, verkürzt sich folglich die noch verfügbare Nutzungsdauer, liegt die Beanspruchung niedriger, verlängert sich die Nutzungsdauer entsprechend.
In den meisten Fällen ist daher die Ermittlung der tatsächlich vorliegenden Beanspruchung – Laufzeit der Geräte, Belastungsspektrum – ausreichend, um Aussagen für den Weiterbetrieb
treffen zu können.
Auch Sachverständige, die zur Beurteilung herangezogen werden, können Aussagen nur auf der Grundlage der Angaben des Betreibers zur Beanspruchung und Laufzeit und der Angaben der
Hersteller zur Gesamtnutzungsdauer machen.
Beispiele zur Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer enthält Abschnitt 4.
2.2 Kraftbetriebene Kranhubwerke, die keine Serienhebezeuge nach DIN 15 100 sind
Auch bei diesen Geräten müssen die Betriebsanleitungen Angaben zur Nutzungsdauer enthalten. Diese Angaben sind vom Betreiber unbedingt zu beachten. Vielfach werden diese sich auf
eine Gesamtnutzungsdauer in Jahren oder Betriebsstunden beziehen. Hinweise dazu enthalten die Durchführungsanweisungen zu § 23 Abs. 4. Ergibt die Beurteilung der tatsächlichen
Einsatzbedingungen des Gerätes höhere Beanspruchungen als vorgesehen, ist der Hersteller zu befragen, da sich dann die Nutzungsdauer bis zur erforderlichen Generalüberholung bzw. bis
zur Durchführung vorgegebener Maßnahmen verringert.
3 Seil- und Kettenzüge sowie Kranhubwerke, die zum Zeitpunkt des in § 37 Abs. 5 dieser Unfallverhütungsvorschrift genannten Termins bereits in Betrieb waren
Beanspruchung und Laufzeiten für zurückliegende Einsatzzeiträume werden in vielen Fällen nicht nachvollziehbar sein. Eine Einschätzung ist hier in der Regel nur überschlägig möglich.
Außerdem stehen vielfach Angaben der Hersteller über die Gesamtnutzungsdauer nicht zur Verfügung, so dass ein Vergleich nicht durchgeführt werden kann.
Die Übergangsbestimmungen in § 37 Abs. 5 tragen dem Rechnung und beinhalten modifizierte Verfahrensweisen.
Auch bei bereits in Betrieb befindlichen Seil- und Kettenzügen muss im Allgemeinen von einer Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren ausgegangen werden, wenn keine Ermittlungen m öglich sind.
Ist dieser Zeitraum bereits überschritten, ist eine Generalüberholung zu veranlassen (§ 37 Abs. 5 Nr. 2). Mit dem in dieser Unfallverhütungsvorschrift genannten Zeitraum bis 31. Dezember
1997 soll Unternehmen mit einer Vielzahl von Geräten die Möglichkeit gegeben werden, entsprechend den jeweiligen Einsatzbedingungen der Geräte zeitlich gestaffelte Maßnahmen
einzuleiten.
Sind Ermittlungen überschlägig möglich und sind Angaben des Herstellers vorhanden oder können nachträglich erfragt werden (z. B. Triebwerkgruppe), kann sich ergeben, dass bei wenig
genutzten Geräten (z. B. Werkstattkrane) die tatsächliche Beanspruchung geringer ist als die, die vom Hersteller bei der Dimensionierung zugrundegelegt wurde.
Wird beispielsweise ein Gerät, das für die Triebwerkgruppe 1 Am ausgelegt ist, lediglich in der Gruppe 1 Bm betrieben, können die für die höhere Triebwerkgruppe zulässigen Nutzungszeiten
angesetzt werden; siehe auch Tabelle in Abschnitt 4.1.4. Die Nutzungsdauer verlängert sich in diesen Fällen entsprechend.
Dabei kann sich auch ergeben, dass ein Gerät entsprechend seiner bisherigen und auch der zukünftig zu erwartenden Einsatzbedingungen weit unter seinen Auslegungskriterien betrieben
wird (verbrauchter Anteil der theoretischen Nutzungsdauer z. B. kleiner als 3 % pro Jahr). Das betrifft z. B. Krane in Pumpenstationen oder Generatorhallen, die nur zur Reparatur oder zum
Austausch von Baugruppen eingesetzt werden. In diesen Fällen, bei denen eine jährliche Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer nicht relevant ist, können
Bewertungen in größeren Zeitabständen erfolgen. Bei der wiederkehrenden Prüfung ist lediglich zu kontrollieren, dass sich die Betriebsbedingungen nicht verändert haben. Vorgaben der
Hersteller in Betriebsanleitungen bezüglich Wartung, Kontrollen und Prüfungen sind einzuhalten.
Der Umfang von Generalüberholungen ist unter Berücksichtigung der Vorgaben der Hersteller zu bestimmen. Sie werden im Allgemeinen aus Kontrollen, Prüfungen sowie dem Austausch
von bestimmten Bauteilen bestehen. Liegen keine Angaben vor und kann der Hersteller nicht befragt werden, sollten Fachwerkstätten einbezogen werden.
Die Generalüberholung ist vom durchführenden Unternehmen im Prüfbuch zu dokumentieren. Dazu gehört auch die Festlegung der Bedingungen für den weiteren Betrieb (neue
Nutzungsdauer), damit der Betreiber dann gemäß den Bestimmungen des § 23 Abs. 4 verfahren kann.
Auch bei Kranhubwerken, die keine Serienhebezeuge sind, muss von gleichen Verhältnissen ausgegangen werden, sofern keine anderen Angaben in der Dokumentation enthalten sind bzw.
vom Hersteller bestätigt werden. Die vorstehend gemachten Aussagen sind deshalb auch hier zutreffend.
In den Übergangsbestimmungen (§ 37 Abs. 5 Nr. 3) ist auch festgelegt, dass bei Kranhubwerken, die keine Serienhebezeuge sind, eine Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen
Nutzungsdauer entfallen kann, wenn eine regelmäßige zustandsbezogene Instandhaltung durchgeführt wurde. Diese Bestimmung ist nicht an bisherige regelmäßige Prüfungen durch
Sachverständige gebunden, sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass insbesondere bei größeren Kranhubwerken bereits jahrelange Erfahrungen über das Verschleißverhalten der
einzelnen Baugruppen vorliegen und durch gezielte und terminierte Prüfungen und Kontrollen, die auch das Getriebe mit einschließen, der rechtzeitige Austausch von im Kraftfluss liegenden
Teilen erfolgt.
Diese Bestimmung wird auf eine Vielzahl von insbesondere älteren Kranen zutreffen, die z. B. im Laufe ihrer Betriebszeit bereits instandgesetzt und bei denen aufgrund festgestellten
Verschleißes bestimmte Baugruppen bereits erneuert worden sind.
4 Beispiele für die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer von kraftbetriebenen Seil- und Kettenzügen1), die für sich allein oder als Kranhubwerke
eingesetzt sind
4.1 Beispiel I
Für die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer sind folgende Faktoren zu bestimmen:
1) Nummern 1.1, 1.2 und 2.1 DIN 15 100 "Serienhebezeuge, Benennungen"
4.1.1 Laufzeit des Hubwerkes
Die Bestimmung der Laufzeit eines Hubwerkes kann in den meisten Fällen, insbesondere wenn zurückliegende Zeiträume eingeschätzt werden müssen, nur überschlägig durchgeführt
werden. Zu beachten ist, dass es sich dabei nicht um die gesamte Einsatzzeit eines Hebezeuges handelt, sondern nur um die Zeit, während der das Hubwerk für Heben oder Senken
eingeschaltet ist. Nicht berücksichtigt werden daher z. B. Kranfahrt ohne Hub- oder Senkbewegungen.
Für das vorliegende Beispiel wird eine gleichmäßige Nutzung über ein Jahr angenommen:
Folgende Angaben liegen zugrunde:
– genutzter Hakenweg Auf/Ab H = 10 m
– Hubgeschwindigkeit V = 30 m/min
– Arbeitsspiele 5
in einer Stunde Z = 40
je Tag (8 h)
Daraus ergibt sich die Tageslaufzeit:
H x Z 10 m x 40
T = ------ = ------------ = 13,3 min = 0,22 Stunden
V 30 m/min
Bezogen auf ein Jahr (250 Tage):
Ti = 55 Stunden
4.1.2 Belastungsspektrum
Bei einer Einschätzung zurückliegender Einsatzjahre wird die Ermittlung der tatsächlichen Lastkollektive und damit der Faktoren der Belastungsspektren (km) problematisch.
In der Regel wird man daher hier eine Einordnung in eines der vier Lastkollektive vornehmen, die in Tabelle 1 der FEM 9.755 aufgeführt sind.
Die FEM-Regel unterscheidet zwischen:
In der Anlage werden für diese Gruppen einige Beispiele für Lastkollektive aufgeführt, um die Einordnung zu verdeutlichen.
Für eine genaue Ermittlung des Faktors km bei bekannten Lastkollektiven werden im Beispiel II entsprechende Hinweise gegeben. Diese Ermittlung wird auch erforderlich, wenn sich die
Beanspruchung des Gerätes (Laufzeit, Lastkollektiv) geändert hat, z. B. beim Übergang zum Mehrschichtbetrieb oder durch veränderte Produktionsverhältnisse.
Für vorliegendes Beispiel I wird ein mittlerer Einsatz, wie er häufig im Betrieb vorkommt, mit einem Faktor des Belastungsspektrums von
km = 0,25 (oberer Grenzwert dieser Gruppe)
angenommen.
4.1.3 Berechnung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer für 1 Jahr
Der verbrauchte Anteil der theoretischen Nutzungsdauer berechnet sich wie folgt:
Damit ergibt sich:
S = 0,25 · 55 · 1,2
S = 16,5 h
– leichtem Einsatz km = 0,125
– mittlerem Einsatz 0,125 < km = 0,25
– schwerem Einsatz 0,25 < km = 0,5
– sehr schwerem Einsatz 0,5 < km = 1
S = km · Ti · f
S: Verbrauchter Anteil der theoretischen Nutzungsdauer im jeweiligen Zeitraum (hier 1 Jahr)
Ti: Laufzeit des Hubwerkes im jeweiligen Zeitraum
f: Zuschlagfaktor für einfache Protokollierungsverfahren. Für vorliegendes Beispiel:
f = 1,2 nach Abschnitt 4.3 der Regel FEM 9.755 (Dokumentierung ohne Zählwerke).
4.1.4 Bewertung
Gemäß Dokumentation (Angabe auch auf dem Typenschild) ist das Hubwerk in die Triebwerkgruppe
1 Bm
eingestuft.
Die gemäß Abschnitt 1.3 ermittelte Teilnutzung S ist mit der in Zeile 4 der Tabelle 1 der FEM 9.755 angegebenen theoretischen Nutzung D (h) – Volllastlebensdauer – zu vergleichen.
Danach beträgt die theoretische Nutzung D für die einzelnen Triebwerkgruppen:
Triebwerkgruppe
1 Dm 1 Cm 1 Bm 1 Am 2 m 3 m 4 m 5 m
-----------------------------------------------------------------------------
Theoretische
Nutzung D(h) 100 200 400 800 1.600 3.200 6.300 12.500
Für das vorliegende Beispiel ergibt sich damit für die Triebwerkgruppe 1 Bm
D = 400 Stunden
S 16,5
Damit: --- = ------- = 0,041 < 1 für 1 Jahr Betriebszeit
D 400
Das Hubwerk arbeitet innerhalb der sicheren Betriebsperiode.
Bei gleicher Nutzung dieses Triebwerkes (gleiche Laufzeit, gleiches Belastungsspektrum) über einen Zeitraum von 10 Jahren würde sich ergeben:
BGV D8: Winden, Hub- und Zuggeräte
Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution www.bghw.de Seite 23 / 30
Danach beträgt die theoretische Nutzung D für die einzelnen Triebwerkgruppen:
Triebwerkgruppe
1 Dm 1 Cm 1 Bm 1 Am 2 m 3 m 4 m 5 m
-----------------------------------------------------------------------------
Theoretische
Nutzung D(h) 100 200 400 800 1.600 3.200 6.300 12.500
Für das vorliegende Beispiel ergibt sich damit für die Triebwerkgruppe 1 Bm
D = 400 Stunden
S 16,5
Damit: --- = ------- = 0,041 < 1 für 1 Jahr Betriebszeit
D 400
Das Hubwerk arbeitet innerhalb der sicheren Betriebsperiode.
Bei gleicher Nutzung dieses Triebwerkes (gleiche Laufzeit, gleiches Belastungsspektrum) über einen Zeitraum von 10 Jahren würde sich ergeben:
S = 16,5 · 10 = 165
S 165
--- = ------- = 0,41 < 1
D 400
Die Grenze der theoretischen Nutzungsdauer ist weiterhin nicht erreicht, d. h. dieses Gerät kann weiter betrieben werden.
4.2 Beispiel II
Bei intensiv genutzten Hebezeugen bzw. bei sehr unterschiedlicher Nutzung sollte der Faktor km genauer bestimmt werden. Dabei kann wie folgt vorgegangen werden:
Totlasten sind am Hebezeug angebrachte Lastaufnahmemittel (z. B. Greifer, Magnet, Traversen). Bewegungen ausschließlich mit kleineren Totlasten (bis ca. 15% der Tragfähigkeit) können
zur Vereinfachung vernachlässigt werden.
Für das Beispiel II werden folgende Verhältnisse angenommen:
Tragfähigkeit: 2 000 kg
Totlast (Spezielles Lastaufnahmemittel): 400 kg
Arbeitsspiele je Stunde: Z = 16
davon: 4 mit 1 600 kg Nutzlast
8 mit 400 kg Nutzlast
4 ohne Last
Genutzter Hakenweg Auf/Ab: H = 10 m (5 m Auf, 5 m Ab)
Hubgeschwindigkeit: V = 30 m/min
Alle Hebevorgänge werden mit dem speziellen Lastaufnahmemittel (Totlast) durchgeführt.
4.2.1 Berechnung
4.2.2 Bestimmung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer für 1 Jahr
Laufzeit des Hubwerkes für 1 Jahr:
16 Arbeitsspiele x 8 Stunden x 250 Tage = 32.000 Arbeitsspiele
Jahreslaufzeit T = 32.000 x 0,333 = 10.656 min
T = 178 h
Verbrauchter Anteil der theoretischen Nutzungsdauer:
S = km · T · f
S = 0,284 · 178 h · 1,2
S = 60,66 h
4.2.3 Bewertung:
Gemäß Dokumentation (Angabe auf dem Typenschild) ist das Hubwerk in die Triebwerkgruppe
1 Bm
eingestuft. Dafür ergibt sich aus der Tabelle in Abschnitt 4.1.4 eine theoretische Nutzung von
BGV D8: Winden, Hub- und Zuggeräte
Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution www.bghw.de Seite 24 / 30
16 Arbeitsspiele x 8 Stunden x 250 Tage = 32.000 Arbeitsspiele
Jahreslaufzeit T = 32.000 x 0,333 = 10.656 min
T = 178 h
Verbrauchter Anteil der theoretischen Nutzungsdauer:
S = km · T · f
S = 0,284 · 178 h · 1,2
S = 60,66 h
4.2.3 Bewertung:
Gemäß Dokumentation (Angabe auf dem Typenschild) ist das Hubwerk in die Triebwerkgruppe
1 Bm
eingestuft. Dafür ergibt sich aus der Tabelle in Abschnitt 4.1.4 eine theoretische Nutzung von
D = 400 Stunden
S 60,66
Damit: --- = ------- = 0,152 < 1
D 400
Damit arbeitet das Hubwerk innerhalb einer sicheren Betriebsperiode.
Bei gleicher Nutzung des Hubwerkes in den folgenden Jahren wäre spätestens nach 7 Jahren eine Generalüberholung erforderlich, bei der die vom Hersteller zu benennenden Teile
auszutauschen, andere Teile nach Vorgabe zu prüfen sind.
Aufgrund der Jahreslaufzeit des Hubwerkes (178 h) und des vorhandenen Lastkollektivs mit dem Faktor des Belastungsspektrums von km = 0,284 hätte hier ein Hubwerk, das für die
nächsthöhere Triebwerkgruppe (1 Am) ausgelegt ist, eingesetzt werden müssen, um eine Gesamtnutzungsdauer von mindestens 10 Jahren zu erreichen. Die theoretische Nutzung D hätte
dann 800 h betragen.
Beispiele für Lastkollektive (LK)
1. Leichter Einsatz (km = 0.125)
2. Mittlerer Einsatz (0.125 < km = 0.25)

2. Mittlerer Einsatz (0.125 < km = 0.25)
3. Schwerer Einsatz (0.25 < km = 0.5)
4. Sehr schwerer Einsatz (0.5 < km = 1)