BGI 588 (bisherige ZH 1/196)
Fachausschuß "Bauliche Einrichtungen" der BGZ
Merkblatt für Metallroste


Januar 1996
HVBG Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften

Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Arten von Metallrosten
1.1 Gitterroste
1.2 Blechprofilroste
2. Auswahl geeigneter Metallroste
2.1 Allgemeines
2.2 Tragfähigkeit
2.3 Belastungstabellen, statische Berechnungen
2.4 Durchbiegung
2.5 Lichte Maschenweite und Maschenteilung bei Gitterrosten
2.6 Lochung und Profilierung von Blechprofilrosten
2.7 Rutschhemmung
2.8 Korrosion
3. Verlegung
3.1 Verlegeplan
3.2 Auflagerung
3.3 Absturzsicherungen bei Verlegearbeiten
3.4 Schutz vor herabfallenden Gegenständen
3.5 Demontage von Metallrosten
4. Befestigung
4.1 Allgemeines
4.2 Gitterroste
4.3 Blechprofilroste
 


Vorbemerkung
Metallroste finden wegen ihrer Durchlässigkeit, z. B. für Licht, Luft, Flüssigkeiten, witterungsbedingte Niederschläge und Schüttgüter, vielfältige Anwendung in Gewerbe und Industrie, sowohl
innerhalb als auch außerhalb von Gebäuden.
Das Unfallgeschehen zeigt, daß immer wieder Personen von hochgelegenen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen abstürzen oder in Gruben hineinstürzen, weil
- die beim Verlegen von Metallrosten die erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen Absturz nicht getroffen
und
- die als Bodenbelag bzw. Abdeckung verwendeten Metallroste nicht zuverlässig und dauerhaft befestigt
waren.
Dieses Merkblatt zeigt auf, unter welchen Voraussetzungen Metallroste sicher verlegt, begangen und befahren werden k önnen.
Die in diesem Merkblatt enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der
Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.


1 Arten von Metallrosten
1.1 Gitterroste
1.1.1 Allgemeines
Gitterroste werden in folgende Arten unterteilt:
- Schweißpreßroste,
- Preßroste und
- Einsteckroste.
Gitterroste sind allseitig durch Randstäbe gefaßt.
Bezeichnungen siehe DIN 24 537 "Gitterroste; Maße, Bezeichnung, Belastung".

1.1.2 Schweißpreßroste
Schweißpreßroste bestehen aus Rand-, Trag- und Querstäben, die rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Die Querstäbe (Verteilerstäbe), meist verdrillte Vierkantstäbe, sind in die
Tragstäbe eingepreßt und an jedem Knotenpunkt verschweißt.

1.1.3 Preßroste
Preßroste bestehen aus Rand-, Trag- und Querstäben, die rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Im Regelfall sind die Querstäbe (Verteilerstäbe) wesentlich niedriger als die Tragstäbe.
Die ungeschwächten Querstäbe sind in Schlitze der Tragstäbe eingepreßt. Für besondere Anwendungsfälle werden z. B. aus architektonischen oder Sonnenschutzgründen Preßroste mit
höheren Querstäben hergestellt. In diesen Fällen sind sowohl die Tragstäbe als auch die Querstäbe geschlitzt.

1.1.4 Einsteckroste
Bei Einsteckrosten sind entweder die Tragstäbe oder Trag- und Querstäbe (Verteilerstäbe) geschlitzt. Eine feste Verbindung wird durch Formschluß oder Verschweißen geschaffen.
 

1.2 Blechprofilroste
Blechprofilroste werden z. B. hergestellt durch Lochen und Verformen von Stahlblechen oder von Stahlbändern.
 

2 Auswahl geeigneter Metallroste
2.1 Allgemeines
Bereits bei der Planung von Arbeitsbereichen und Verkehrswegen, z. B. Laufstege, Treppen, Grubenabdeckungen, muß auf die sachgerechte Auswahl geeigneter Metallroste geachtet werden.
Dies setzt voraus, daß alle Anforderungen, denen die verlegten Roste im speziellen Anwendungsfall entsprechen sollen, berücksichtigt werden.
Zu solchen Anforderungen gehören auch z. B.
- ausreichende Tragfähigkeit, abgestimmt auf die zu erwartenden Belastungen,
- ausreichende Steifigkeit,
- Durchlässigkeit für bestimmte Stoffe oder Witterungsniederschläge,
- Rutschhemmung, zu beachten bei Rutschgefahr,
- Möglichkeit der dauerhaften und zuverlässigen Befestigung an Tragkonstruktionen,
- ausreichender Korrosionsschutz in Abhängigkeit von den Einsatzbedingungen der Roste.
Anforderungen an Metallroste können sehr unterschiedlich sein
- je nach den Verwendungsbereichen, z. B. in Bauten der chemischen Industrie, in Kraftwerken, Stahlhochbauten, in der Fahrzeuginstandhaltung, auf Fahrzeugen oder Maschinen,
- je nach den örtlichen Bedingungen des einzelnen Anwendungsfalls, z. B. in Gebäuden, im Freien,
- je nach den zu erwartenden Belastungen, z. B. durch Personen, durch Fahrzeuge, durch Einzellasten.
 

2.2 Tragfähigkeit
2.2.1 Allgemeines
2.2.1.1 Bei der Planung der Tragfähigkeit sind die jeweils zu erwartenden Belastungsarten und -verteilungen zu berücksichtigen. Es müssen gegebenenfalls außer der normalen Belastung
auch kurzfristig auftretende höhere Belastungen berücksichtigt werden. Ausschnitte in Metallrosten, z. B. für die Durchführung von Rohren, bewirken eine örtliche Minderung der Tragfähigkeit.
Diese muß durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden.
Geeignete Maßnahmen in Abhängigkeit vom Ausmaß örtlicher Minderungen der Tragfähigkeit sind z. B.
- Unterstützungen der Metallroste durch zusätzliche bauseitige Unterkonstruktionen,
- verstärkte Randeinfassungen der Metallrostausschnitte durch angeschweißte Fußleisten,
- unter die Metallroste geschweißte oder geschraubte Stahlwinkel
oder
- Verbindungen mit den benachbarten Metallrosten durch schraubbare Stoßverbindungen oder Doppelklemmen.

2.2.1.2 Bei Gitterrosten, deren Tragstäbe in der Gehebene Ausnehmungen zur Erhöhung der Rutschhemmung aufweisen, muß die durch die Ausnehmungen bedingte Minderung des
Querschnitts und Widerstandsmoments für die Tragfähigkeit berücksichtigt sein.

2.2.2 Belastungsarten
Im Regelfall wird eine der folgenden Belastungsarten zu berücksichtigen sein:
- Gleichmäßig verteilte Nutzlast,
- ortsfeste, wandernde oder rollende Einzellasten.
Die Belastungen können statisch oder dynamisch auftreten.
Einzellasten durch Raddruck von Fahrzeugen und entsprechende Lastangriffsflächen siehe DIN 1055-3 "Lastannahmen für Bauten; Verkehrslasten" und DIN 1072 "Straßen und Wegebrücken; Lastannahmen".
Einzellasten durch Personen auf Gitterrosten siehe RAL-GZ 638 "Güte- und Prüfbestimmungen für Gitterroste".
 

2.3 Belastungstabellen, statische Berechnungen
2.3.1 Bei der Auswahl von Metallrosten sind die Hinweise der Hersteller auf Material, zulässige Spannungen und Sicherheitsfaktoren zu berücksichtigen (Belastungstabellen). Die Länge von
Metallrosten entspricht der Tragstabrichtung, auch wenn dieses Maß kleiner als die Breite ist.
Die Hersteller von Metallrosten geben Belastungstabellen für ihre Erzeugnisse heraus.

2.3.2 In Belastungsfällen, die in Belastungstabellen nicht berücksichtigt sind, sind entsprechende statische Berechnungen zur Auswahl geeigneter Metallroste durchzuführen.
Es empfiehlt sich, hierzu einschlägig erfahrene Statiker, z. B. den Hersteller von Metallrosten, heranzuziehen.
 

2.4 Durchbiegung
2.4.1 Gitterroste
Um Stolperstellen an den Stoßstellen von Gitterrosten zu vermeiden, müssen die unter Last auftretenden Durchbiegungen innerhalb bestimmter Grenzen bleiben. Zulässig ist eine elastische
Durchbiegung von bis zu 1/200 der Stützweite, aber an Stoßstellen nicht mehr als 4 mm.

2.4.2 Blechprofilroste
Um Stolperstellen an den Stoßstellen von Blechprofilrosten zu vermeiden, müssen die unter Last auftretenden Durchbiegungen innerhalb bestimmter Grenzen bleiben. Zulässig ist eine
elastische Durchbiegung von bis zu 1/200 der Stützweite, auch in den Bereichen mit Verschraubung. Die Elemente dürfen an den Stoßstellen eine Höhendifferenz von 4 mm zum
benachbarten Bodenbelag nicht Überschreiten.
 

2.5 Lichte Maschenweite und Maschenteilung bei Gitterrosten
2.5.1 Für die Maschenweite von Gitterrosten ergeben sich obere und untere maßliche Begrenzungen unter Berücksichtigung folgender Faktoren:
- Sicheres Begehen,
- sicheres Befahren,
- Größe von Gegenständen, deren Durchfallen verhindert werden soll,
- Durchlaß von Licht, Luft, Flüssigkeiten, Schmutz, Witterungsniederschlägen,
- psychologische Wirkung beim Einsatz in hoch gelegenen Arbeitsbereichen, z. B. die Durchsicht nach unten.

2.5.2 Bei Gitterrosten, die in öffentlichen Verkehrswegen verlegt werden sollen, z. B. vor Eingängen von allgemein zugänglichen Gebäuden oder vor Schaufenstern, muß die Maschenweite
klein gehalten werden. Für die genannten Bereiche sind Roste zu bevorzugen, deren Maschen in einer Richtung die lichte Weite von 10 mm nicht überschreiten.

2.5.3 Gitterroste, die sowohl für Schüttgut durchlässig sind als auch von Versicherten begangen werden, müssen so beschaffen sein, daß die lichten Maschenweiten bei quadratischer Form
nicht mehr als 60 mm x 60 mm, bei rechteckiger Form nicht mehr als 120 mm x 40 mm betragen.

2.5.4 Bei Gitterrosten auf Arbeitsbühnen und deren Zugängen dürfen die Maße der Maschenteilung 34,3 mm x 50,8 mm nach DIN 24 537 nicht überschreiten.
Maschenteilung ist der Abstand von Mitte Stab zu Mitte Nachbarstab.
 

2.6 Lochung und Profilierung von Blechprofilrosten
Bei benachbarten Aufwölbungen oder Lochrändern sollte der lichte Abstand in keiner Richtung mehr als 50 mm voneinander betragen.
Dies gilt auch für die randnahen Aufwölbungen nebeneinander verlegter Rostplanken.
 

2.7 Rutschhemmung
2.7.1 In Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen, deren Fußböden nutzungsbedingt mit gleitfördernden Medien in Kontakt kommen, müssen die begehbaren Oberflächen der Metallroste Anforderungen an die Rutschhemmung erfüllen.
Bei Gitterrosten wird die Erhöhung der Rutschhemmung z. B. durch sägezahnartige oder halbrunde Ausnehmungen oder Noppen auf der Oberseite der Trag- und Querstäbe bzw. bei breiten Trag- und Querstäben durch den Auftrag von kunstharzgebundenen, rutschhemmenden Substanzen, wie trockenem Quarzsand bestimmter Körnung, erreicht.
Bei Gitterrosten wird die Erhöhung der Rutschhemmung z. B. durch sägezahnartige oder halbrunde Ausnehmungen oder Noppen auf der Oberseite der Trag- und Querstäbe bzw. bei breiten Trag- und Querstäben durch den Auftrag von kunstharzgebundenen, rutschhemmenden Substanzen, wie trockenem Quarzsand bestimmter Körnung, erreicht.
Bei den Blechprofilrosten wird die erhöhte Rutschhemmung z. B. durch scharfkantige, gegebenenfalls sägezahnartige Ausbildung der aufgewölbten Ränder von Ausstanzungen
erreicht.
Im Anhang 1 zum "Merkblatt für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr" (ZH 1/571) sind solche Räume und Bereiche aufgeführt und in ihrem Grad der
Rutschgefahr bewertet, die aus der Betriebs- und Unfallerfahrung als besonders rutschgefährlich bekannt sind.

2.7.2 Während der betrieblichen Nutzung muß die rutschhemmende Beschaffenheit der begehbaren Oberfläche erhalten oder durch besondere Reinigungsmaßnahmen sichergestellt werden.
 

2.8 Korrosion
2.8.1 Bei der Auswahl der Korrosionsschutzmaßnahmen sind die Einsatzbedingungen der Metallroste zu berücksichtigen.
Bei geringerer Korrosionsgefahr, z. B. in Innenbereichen, sind kunststoff- oder lackbeschichtete Metallroste verwendbar.
Metallroste aus Stahl werden häufig in feuerverzinkter Ausführung entsprechend DIN 50 976 "Korrosionsschutz; Feuerverzinken von Einzelteilen (Stückverzinken); Anforderungen und Prüfung" verwendet.
Für Verwendung in bestimmten Chemiebereichen werden Metallroste auch mit Bitumen beschichtet. Für Einsatzbereiche mit extrem hoher Korrosionsgefahr oder für die Verwendung in Bereichen der Lebensmittelherstellung, die den Hygieneverordnungen der Länder unterliegen, werden Roste auch aus rostfreiem Stahl hergestellt.

2.8.2 In korrosionsgefährdeten Bereichen ist es erforderlich, die Befestigungsmittel den korrosiven Gegebenheiten gemäß auszuwählen, den Zustand der Metallroste auf sichere
Begehbarkeit zu untersuchen, die Auflagen und Befestigungen zu prüfen und gegebenenfalls gegen neue auszutauschen.
Die Fristen zur Durchführung der Prüfung ergeben sich aus betrieblichen Erfahrungswerten.
 

3 Verlegung
3.1 Verlegeplan
3.1.1 Die großflächige Verlegung von Metallrosten muß nach einem vorher aufgestellten Verlegeplan erfolgen. Unternehmer, die in ihren Betrieben keinen Sachkundigen für die Verlegung von
Metallrosten haben, sollten den Verlegeplan vom Hersteller oder Lieferanten der Metallroste anfertigen lassen. Aus dem Verlegeplan muß die Tragstabrichtung ersichtlich sein. Quadratische
Einzelroste sind zu vermeiden, um das Verwechseln der Tragstabrichtung beim Verlegen auszuschalten. Abweichungen sind zulässig, wenn die quadratischen Einzelroste allseitig unterstützt
sind oder durch technische Maßnahmen ein falsches Verlegen ausgeschlossen ist.

3.1.2 Metallroste dürfen nicht über die äußere Auflage hinausragend verlegt werden. Abweichungen sind zulässig, wenn
- es aus betriebstechnischen Gründen erforderlich ist und
- sichergestellt ist, da ß der Metallrost bei Belastung des Überstandes nicht kippen kann.


3.2 Auflagerung
Die der Planung zugrundeliegende Auflagerlänge für Metallroste muß mindestens 30 mm betragen. Im Betriebszustand darf die Auflagerlänge das Maß von 25 mm nicht unterschreiten.
Abweichungen sind zulässig, wenn durch konstruktive Maßnahmen ein Verschieben der Metallroste in Tragrichtung zwangläufig verhindert ist. Dies gilt z. B. bei Abdeckung von Entwässerungsrinnen.
 

3.3 Absturzsicherungen bei Verlegearbeiten
3.3.1 Versicherte, die Metallroste in Bereichen verlegen, bei denen eine Absturzhöhe von mehr als 2 m besteht, müssen bei Absturzgefahr durch Einrichtungen oder Maßnahmen gegen
Absturz gesichert sein. Bei Arbeiten über oder an Wasser oder anderen Stoffen, in denen die Gefahr des Ertrinkens, Erstickens oder Versinkens besteht, müssen Versicherte durch
Einrichtungen oder Maßnahmen unabhängig von der Absturzhöhe gesichert sein.
Absturzgefahr besteht an den Verlegekanten und in den Bereichen bereits verlegter, aber noch nicht gegen Abheben und Verschieben gesicherter Metallroste.
Als Sicherung gegen Absturz kommt erfahrungsgemäß vorrangig der Anseilschutz unter Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen gegen Absturz und Anschlagpunkte
bzw. -einrichtungen in Betracht.
Siehe "Regeln für den Einsatz von persönlicher Schutzausrüstungen gegen Absturz" (ZH 1/709)
Abweichende Absturzsicherungen siehe § 12 UVV "Bauarbeiten" (VBG 37).

3.3.2 Bereiche, in denen Verlegearbeiten noch andauern oder in denen noch unbefestigte Metallroste liegen, müssen gegen den Zutritt von Personen, die mit der Verlegung von nicht
beschäftigt sind, abgegrenzt sein.
Die Abgrenzungen sind z. B. Ketten, Seile.

3.3.3 Andere Personen als die mit der Verlegung beschäftigten Versicherten dürfen die Metallroste erst betreten, wenn die ordnungsgemäße Verlegung und Befestigung durch den
Aufsichtführenden bescheinigt wurde.
 

3.4 Schutz vor herabfallenden Gegenständen
Zum Schutz vor herabfallenden Gegenständen zwischen den Rändern oder Ausschnittsrändern von Metallrosten und angrenzenden Bauteilen oder den durch die Ausschnitte verlaufenden
Bauteilen, z. B. Rohre, Behälter oder Stützen, ist eine Fußleiste dann erforderlich, wenn der Abstand zwischen Metallrost und Bauteil mehr als 30 mm beträgt.
 

3.5 Demontage von Metallrosten
Nach der Demontage von Metallrosten muß anschließend bei der Montage der ordnungsgemäße Zustand wiederhergestellt werden.
 

4 Befestigung
4.1 Allgemeines
Metallroste müssen gegen Verschieben gesichert sein.
 

4.2 Gitterroste
4.2.1 Gitterroste müssen in Bereichen, in denen Absturzgefahr oder die Gefahr des Hineinstürzens besteht, jeweils mindestens an ihren vier Eckpunkten (siehe Bild 11) formschlüssig
befestigt sein.

4.2.2 Die Befestigungen müssen in Bereichen, in denen Absturzgefahr oder die Gefahr des Hineinstürzens besteht, so beschaffen sein, daß die Gitterroste auch bei Lösen der Verschraubung
nicht vom Auflager rutschen können.
In der Praxis kommt es häufiger vor, daß aus geschlossenen Gitterrostflächen einzelne Gitterroste kurzzeitig herausgenommen werden, um z. B. einen Transportdurchlaß zu erhalten.
Ohne zuverlässige Befestigung der um die Öffnung liegenden Roste kann es durch die Horizontalkräfte, die beim Gehen auftreten, zu einer Verschiebung und damit zum Abkippen der
Gitterroste und zum Absturz von Personen kommen.
Das Setzen und Anschweißen von Gewindebolzen oder in Maschen greifenden Formstücken muß sorgfältig erfolgen, um eine ausreichend belastbare Verbindung zu erzielen.

4.2.3 Befestigungen von Gitterrosten müssen in Bereichen, in denen Absturzgefahr oder die Gefahr des Hineinstürzens besteht, auf Wirksamkeit geprüft werden.
Die Fristen zur Durchführung der Prüfung ergeben sich aus den Einsatzbedingungen, z. B. durch Auftreten von Schwingungen.

4.2.4 Erfolgt der Anschluß des Befestigungsmittels an eine Stahlkonstruktion über eingetriebene Gewindebolzen (Setzbolzenbefestigung), sind die Bestimmungen und Ausführungen der UVV
"Arbeiten mit Schußapparaten" (VBG 45) sowie der DIN 7260 "Bolzensetzwerkzeuge" zu beachten.

4.2.5 Vor der Anwendung von Setzbolzenbefestigungen sind die Hinweise der Hersteller von Setzbolzen zu beachten, z. B. Festigkeit und Dicke, Randabstände sowie Kartuschenwahl.

4.2.6 Setzbolzen müssen in der Lage sein, die aus der bestimmungsgemäßen Nutzung der Gitterroste resultierenden Bewegungen durch ihre eigene Verformbarkeit mitzumachen, ohne zu brechen.
 

4.3 Blechprofilroste
4.3.1 Blechprofilroste können durch Lagerung ihrer Enden in Profilen mit begrenzenden Vertikalsteg gegen Verschieben gesichert werden.
4.3.2 Bei einem Verbund mehrerer Blechprofilroste zu einem Gesamtrost müssen die Schraubverbindungen gegen Selbstlockern gesichert sein.
a) Befestigung mit Halteflansch, Gewindebolzen angeschweißt
b) Befestigung mit Halteflansch, Setzbolzen
c) Befestigung mit Haltebügel, Gewindebolzen angeschweißt, selbstsichernde Mutter
d) Befestigungsoberteil mit Vertikalsteg als Sicherung gegen Verschieben in Tragstabrichtung, anwendbar in Schweißpreßrosten
e) Befestigungsoberteil mit Vertikalstegen als Sicherung gegen Verschieben in Tragstabrichtung, anwendbar bei Schweißpreß-, Preß- und Einsteckrosten